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1 (1897)
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137
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Besprochenermassen (S. 117) besteht zwischen Poesie undMalerei der Gleichungspuncty> dass die sichtbaren Formen, deren

sich die Malerei bedient, eben so wie die hörbaren Worte, derensich die Poesie und Sprache überhaupt bedient, Träger einer durchAssociation geläufig gewordenen, den höheren Eindruck dieserKünste vermittelnden, Bedeutung sind, wonach man die Formender Dinge selbst sichtbare Worte nennen kann. So wichtig aberdieser Gleichungspunct ist, lässt er doch nicht minder wichtigeUnterschiede übrig, denen wir etwas nachgehen wollen.

Der Hauptunterschied liegt darin, dass uns die sichtbaren

Worte der Malerei, unmittelbah doch etwas von der darzustellen- ^den Sache selbst wiedergeben, z. B. vom Menschen seine äussere -Gestalt und Farbe, die freilich noch nicht den ganzen Menschenaber doch einen Theil desselben ausmachen, und dass sie blos dasUebrige, was sonst zu ihm gehört, der associativen Vorstellunganheimgeben; indess die Worte der Sprache (mit wenig Ausnah-raen)\^anz gleichgültig zur darzustellenden SacheNsind und Allessolcher Vorstellung überlassen, so das Wort Mensch die Vorstellungdes ganzen Menschen, das Wort Baum die Vorstellung des ganzenBaumes. Womit sich der zweite, zwar weniger durchgreifendeund wichtige Unterschied verbindet, dass die associativen Bedeu-tungen der Worte conventionell sind und zwischen verschiedenenSprachen wechseln, indess die der Formen bis zu gewissen Grän-zen, freilich nur bis zu solchen, uns aufgedrungen und dadurchmenschliches Gemeingut sind. So könnten die Worte für Augeund Mund und hiemit die daran geknüpften associativen Bedeu-tungen in zwei Sprachen verwechselt werden, wogegen die asso-ciativen Bedeutungen der Formen von Auge und Mund, wonachdas eine zum Sehen, der andre zum Sprechen und Essen dient,sich nicht verwechseln lassen. Doch gilt das nur von den funda-mentalsten oder so zu sagen Naturbedeutungen der Formen; imUebrigen weiss man ja, dass sich ihre Bedeutungen nach Verschie-denheit der daran gemachten Erfahrungen so gut ändern alsdie der Worte nach Verschiedenheit der Conventionen. Und habensich die conventioneilen Bedeutungen der Worte einmal durcDGe-wohnheitxfestgesetzt, so haften sie eben so fest daran, als die Na-turbedeutungen an den Formen. Daher die geringere Wichtigkeitdes zweiten Unterschiedes gegen den ersten, mindestens aus denGesichtspuncten, die wir hier ins Auge fassen werden.