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1 (1897)
Entstehung
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120
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Musik das Hauptgewicht wirklich auf dem directen Factor, wie weiterhin zubesprechen, Herbart aber vermengt Beispiele aus der bildenden Kunst, woes vielmehr auf dem associativen liegt, und aus der Musik hiebei in einerWeise, welche zeigt, dass ihm der grosse Unterschied, der in dieser Hinsichtzwischen beiden Künsten besteht, ganz entgangen ist. Uebrigens hat schonLotze (Gesch. d. Ae. 229) Herbart gegenüber der Unterschätzung des associa-tiven Momentes gewehrt.

\ Der häufigste Grund, die Bedeutung der Associationen für dieSchönheit sichtbarer Gegenstände herabzusetzen, ist immer der.dass man zum Eindruck ihrer Form selbst rechnet, was durchAssociationen erst hinzukommt; sonst wäre überhaupt nicht mög-lich, ihre Wichtigkeit so zu verkennen, wie es geschieht. Dashängt an der Kraft, mit welcher sich der directe Eindruck durchUrsprünglichkeit, Klarheit und Bestimmtheit geltend macht, undder ganz allmäligen, nur immer fester und inniger, zuletzt unver-brüchlich werdenden Verschmelzung des associativen damit.X

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So sagt Vischer in s. kritischen Gängen (S. 137), und ähnlicher Auf-fassung bin ich auch sonst begegnet: »Eigentlich soll im Schönen die Er-scheinung, die Form nicht bedeuten, sie soll nichts wollen, als sich selbsiaussprechen. Ein Löwe bedeutet nicht die Grossmuth; er ist eben ein Löwe,und der Inhalt seiner Formen einfach die bildende Naturkraft in dieser Artder Gestaltung, mit diesen äusseren und inneren Eigenschaften.«

Aber F'orrn und Kraft sind an sich ganz verschiedene Dinge; eine Formkann wohl daran erinnern, dass sie durch eine Kraft erzeugt ist, indem wirähnliche Formen dadurch erzeugt gesehen, nicht aber an sich selbst dieKraft zum Inhalt haben; sie bedeutet also in der That nur associativ dieKraft, und zwar beim Löwen nicht nur die, welche ihn gebildet hat, sondernauch, und noch viel mehr, die er selbst auszuüben vermag, nach entspre-chenden Erfahrungen. In der That gehören vorgängige Erfahrungen zu bei-derlei Deutung; die Form vermag sich nicht durch sich selbst in diesemSinne anzudeuten; man glaubt vielmehr nur herauszusehen, v'as manhineinsieht.

Unstreitig zwar kann etwas vom kräftigen Eindrücke der Löwengestaltauch daran hängen, dass man selbst mehr lebendige Kraft braucht, deneckigen Umriss eines Löwen, als den rundlichen eines Schweines mit denAugen zu ziehen, wozu es keiner Erinnerung bedarf; aber hinge die Haupt-sache an diesem directen Eindrücke, so müsste uns die eben so eckige Kuheben so kräftig, und willkührlich gezogene eckige Linien noch kräftiger alsLöwenkraft erscheinen. Also mag die directe Wirkung der Löwengestaltzwar nicht gleichgültig für den Eindruck der Kräftigkeit sein, aber würdeohne die mächtigere associative Hülfe keinen der Rede werthen Effecthaben.

Dass ein Löwe nicht die Grossmuth bedeutet, ist zuzugeben. Es

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