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1 (1897)
Entstehung
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selbst wenig zusagender Bedeutung vor uns haben; an einem an-dern Theile, der Sonne, dem Monde, den Sternen, der Krone,dem Golde ein glanzvolles Gelb immer mit dem Eindrücke, dasswir Juwelen des Himmels oder Macht und Reichthum bedeutendeKostbarkeiten der Erde vor uns haben.

—7 Nun sprechen fahle matte kraftlose Farben überhaupt dasAuge schon direct wenig an, indess glänzende helle an sich er-freulich für das Auge sind; associativer und directer Nachtheil wieVortheil stimmen also beidesfalls zusammen. Da uns aber das ge-meine fahle Gelb mit dem Nachtheile seiner Bedeutung viel öfterund in viel grösserer Ausdehnung begegnet als das glanzvolle Gelbmit dem Vortheile seiner Bedeutung, so wird es hieran wenigstensmit hängen, dass uns das Gelb^ allgemeingesprochen in einem ge-wissen Nachtheil gegen andre Farben, für die Entsprechendes nichtgilt, erscSelaf^j so dass wir es selbst vorziehen, wie C. Hermannsinnreich bemerkt,*) **) den gelben Wein blank oder weiss, das gelbeGold roth zu nennen, um bei diesen von uns geschätzten Gegen-ständen die unwillkommene Association zu vermeiden. Aus dem-selben Grunde wird man nicht’ gern von einer gelben Sonne, gel-ben Sternen, sondern nur von einer goldnen Sonne, goldnen,Ster-nen sprechen.

Vom Grün kann man im Allgemeinen sagen, dass es uns eingewisses Naturgefühl erweckt, weil die Natur im Ganzen undGrossen grün ist; indess am Eindruck eines gesättigten Roth un-streitig die Erinnerung an Blut und Glut, an dem des Rosa dieErinnerung an die Rose vorzugsweisen Antheil hat, weil dieseFarben an diesen Gegenständen uns nicht nur besonders häufig,sondern auch mit besonderm Ansprüche an unsre Aufmerksamkeitentgegentreten.

Eine grüne Zimmerwand, ein grüner Papierbogen erweckenuns freilich, selbst wenn sie ganz die Farbe des Grases oder Laubestragen, kein Naturgefühl, denn die Umstände, unter denen wir dasGrün hier beobachten, stehen in zu starkem Widerspruch mit der

*) Vielleicht steht es auch in einigem directen Nachtheil gegen andereFarben, doch mag ich diess nicht sicher entscheiden.

**; Grundriss d. allg. Aesth. 79. — Man wird in dieser Schrift und in der»Aesthetischen Farbenlehre« des Verf. überhaupt manche interessirende undanregende Bemerkung über den ästhetischen Farbeneindruck finden; wennich auch denselben nicht überall beistimmen möchte.