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1 (1897)
Entstehung
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darauf gekommen, wenn sie von vorn herein im Dienste der Schön-heit gestanden, der man sie jetzt als leibeigene Sklavin dienstbargemacht; statt dessen hat sie von vorn herein im Dienste der Reli-gion gestanden, und deren anfangs ungefüge und ungeheuerlicheIdeen nicht anders als in ensprechend ungefügen und ungeheuer-lichen Bildungen auszudrücken gewusst. Nun sind wir längst überdiese Ideen hinaus, immer noch aber scheint uns der Kopf zumKörper der Sphinx zu passen, so fest hat die Gewohnheit beideassociativ verschmolzen.

6) Zeitliche Association. Verstandes- und Gefühlsurtheile.

Wenn zwei Personen ein Gebäude ansehen, dessen Dach aufzu schwachen Stützen ruht, so kann es sich treffen, dass dem Einensein Verstand, dem Andern sein Gefühl sagt, dass sie brechenwerden, und Beide danach dasselbe missfällige Urtheil über dieseBauweise aussprechen. Der Unterschied zwischen beiden Ur-iheilenden aber ist der, dass jener sich der Erfahrungen oder Re-geln über die Tragkraft der Säulen, welche sein Urtheil vermitteln,bewusst ist, dieser nicht. Doch wird man wohl zugeben, dass esauch diesem nicht angeboren sei, einer Säule anzusehen, ob sieTragkraft genug für ihre Last hat, dass also dieses schnelle Ab-sehen doch ein Resultat früherer Erfahrungen ist, was sich beimAnblick des Bauwerks unmittelbar geltend macht. —Wenn jemandein Kind sich so weit nach Vorn überbeugen sieht, dass dessenSchwerpunct nicht mehr unterstützt ist, so springt er schnell zu,weil ihm ein reflexionsloses Gefühl sofort sagt, dass das Kind fallenwird. Auch hier wird man wohl zugeben, dass eine stille Ver-mittlung durch frühere Erfahrungen zu Grunde liegt, wenn manin Betracht zieht, dass ja das Kind selbst — und früher war mandoch auch ein Kind — noch nicht einmal das Gefühl hat, wie esseinen eigenen Schwerpunct legen muss, um aufrecht stehen zubleiben. Erst durch Uebung kommt es dahinter. \Also ist das,was wir hiebei Gefühl nennen, in der That nur Sache einer, durchfrühere Erfahrungen vermittelten, schnellen Association,j wodurchsich die Vorstellung des zu erwartenden Zerbrechens der Säulean die Vorstellung der zu grossen Dünne, die Vorstellung des zuerwartenden Falles an die Vorstellung des gegenwärtigen Vorn-überbeugens knüpft. Die einzelnen Erfahrungen sind aus unserm

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