Druckschrift 
1 (1897)
Entstehung
Seite
34
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Blume, der Wohlgeschmack einer Speise ohne alle Vorstellungsan-knüpfung zu erwecken vermag, als nichts Aesthetisches, ja lässtwohl selbst den Eindruck eines einfachen Accordes, so wie derkaleidoskopischen Figur, als noch zu niedrig, nicht als solchesgelten, und nimmt die Betrachtung von alle dem nur etwaunter der Bezeichnung als Angenehmes, vielmehr zum aus-drücklichen Ausschluss vom Begriffe des eigentlich Aesthetischenals zur Einordnung darunter, in die Aesthetik auf.

Nun muss man zugestehen, dass diese Beschränkung desAesthetischen nicht nur dem üblichen Gebrauch im Leben, son-dern auch dem im Ganzen vorwiegenden wissenschaftlichen Ge-brauche entspricht, und von letzter Seite wird sogar oft mit Nach-druck auf dieser Beschränkung bestanden. Doch hat sich nichtjede wissenschaftliche Behandlung der Aesthetik daran gekehrt,und bei etwas allgemeiner Fassung derselben ist überhaupt un-möglich, dabei stehen zu bleiben, aus dem doppelten Grunde,dass es genug Gesichtspuncte giebt, welche gemeinsam über nie-deres und höheres Gefallen übergreifen, und dass beides sich(nach Abschn. V) zu einem grösseren und höheren Producteeinheitlich verbinden kann. Fügen wir uns also auch im Folgen-den dem engeren Gebrauche nur nach Massgabe als der Kreis derBetrachtung sich entsprechend verengert, ohne uns principielldarauf zu beschränken; was übrigens weder den Sinn hat, denGebrauch des gewöhnlichen Lebens reformiren, noch Andern denengern Gebrauch für einen von vorn herein enger gefassten Kreisder Betrachtung wehren zu wollen.

Freilich wird Aesthetik auch heute noch nicht überall aus-drücklich in Bezug auf Gefallen und Missfallen, Lust und Un-lust erklärt; insofern man sie nämlich als eine Lehre vom Schönenerklärt, den Begriff des Schönen aber von andern Begriffen, alswie Idee, Vollkommenheit u. s. w. abhängig macht, wovon obenin Kürze gesprochen. Da sie sich aber doch factisch in jederAusführung, die sie bisher gefunden hat, wesentlichst oder inbevorzugter Weise mit den Gegenständen nach den Seiten, wo-durch sie geeignet sind, Gefallen oder Missfallen zu wecken, be-schäftigt, und jene Begriffe selbst, die in den Ausgangserklärungeneine Rolle spielen, in dieser Richtung ihre hauptsächlichste Ver-wendung finden, so scheint es in der That am besten, den Ge-sichtspunct davon gleich als Hauptgesichtspunct der Aesthetik in