Druckschrift 
1 (1897)
Entstehung
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selbst der Reiz der Neuheit kann eine Sache interessant machen,so lange sie uns neu ist, so die hässliche Pastrana. Aber auch derNutzen oder Schaden, den eine Sache aus irgend einem Gesichts-puncte leistet oder verspricht, kann unser Interesse auf sichziehen; und in Redensarten wie: dass jemand sein Interesse imAuge hat, fällt sogar der Begriff des Interesse mit dem des Nutzensoder Yortheils selbst zusammen.

Mit den Begriffen des Schönen und Guten wird überall derBegriff des Wahren zu einer Art Trinität zusammengefasst.Gehen wir hier nur in möglichster Kürze auf seine Stellung zujenen Begriffen ein.

Schlechthin, absolut, objectiv wahr ist eine Vorstellung,welche widerspruchslos mit jeder andern wirklichen oder mög-licherweise zu fassenden selbst widerspruchslosen Vorstellungbesteht, oder dem Ges am mtkreise widerspruchslos mit einanderbestehender Vorstellungen angehört; gewiss heisst sie im Be-wusstsein der Erfüllung der Bedingungen der Wahrheit. NachMassgabe aber als dieser Begriff des schlechthin Wahren undGewissen Beschränkungen erleidet oder nur bedingterweise ge-fasst wird, etwa blos auf gewisse Vorstellungsgebiete oder vor-stellende Wesen angewandt, oder die Bedingungen der Wahrheitoder Gewissheit nur mehr oder weniger unvollständig erfüllt ge-dacht werden, treten für die absoluten Kalegorieen der Wahrheitund Gewissheit mehr oder weniger relativ gültige ein, die mit denabsoluten als theoretische zusammengefasst werden können, alsda sind: innerlich wahr, äusserlich wahr, subjectiv gewiss, rich-tig, genau, treffend, überzeugend, zuverlässig, zweifellos, glaub-lich, wahrscheinlich u. s. w. von positivem Charakter, denen nichtminder viele von negativem Charakter entsprechen.

Zunächst nun vermisst man in diesen Bestimmungen eineBeziehung des Wahren zum Schönen und Guten; aber wenn einesolche nicht unmittelbar im Begriffe zum Vorschein kommt, sotritt sie dafür als fundamentale im Factischen auf; und vermöch-ten wir das Schöne und Gute in Bezug auf den uns unbekanntenletzten allgemeinen Grund der Lust zu definiren, so möchte sichauch hierin die begriffliche Beziehung zum Wahren finden.In der That knüpft sich nicht nur ein eingeborenes Lustgefühlunmittelbar an die Erkenntniss der Wahrheit und das Finden vonWahrheiten, was in der Wissenschaft als Triebkraft wirkt und in