Druckschrift 
1 (1897)
Entstehung
Seite
29
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giebt ihm ein Gefühi der Sicherheit über Alles hinaus, was auch zunächst ausseinen Handlungen hervorgehen mag,\und ist das werthvollste Gefühl zu-gleich nach seiner unmittelbaren Beschaffenheit, wie nach seinen Folgen\ lmGefühle weder der eigenen Schönheit noch der Schönheit von etwas Andermliegt etwas Aehnliches. Was wir jetzt davon haben, haben wir; das Uebrigebleibt dahingestellt; es sei denn, dass ein Charakter der Güte sich zugleichmit auspräge.

Sollten Manche sich gegen den eudämonistischen Gruudzug,der durch das ganze vorige Begriffssystem durchgeht, und noth-wendig mit einem ethischen System von entsprechendem Charak-ter zusammenhängt, sträuben, so mögen sie überlegen, ob sienicht mit ihrem andern Begriffssystem nur auf minder klaremWege sachlich zu denselben ethischen Folgerungen kommen, undihre Abneigung gegen die Einführung des Lustbegriffes in diepraktischen und hiemit ethischen Kategorieen nicht blos an einerzu niedern und überhaupt beschränkten Fassung dieses Begriffeshängt, die man trotz entgegenstehender Foderung immer geneigtbleibt, aus dem gemeinen Leben in die Wissenschaft zu über-tragen, wonach er dann freilich ethisch unzulässigen FolgerungenRaum giebt. Jedenfalls führt das vorige Begriffssystem solchenicht in der Aesthetik mit; und da es sich folgends wesentlichum diese, nicht um Ethik handeln wird, so kann ich Umgang da-von nehmen, dasselbe System auch für Ethik eingehend zu recht-fertigen; doch wird man einige Erörterungen in dieser Richtungnoch am Schlüsse dieses Abschnittes (unter 4) finden. Ganz beiSeite zu lassen war jedenfalls die Besprechung der praktischenKategorieen deshalb hier nicht, weil sie, wenn schon nicht denobersten Gesichlspunct für die Aesthetik stellend, doch in dervorhin kurz berührten und künftig (unter IX) näher auszufüh-renden Weise sich in ästhetische Kategorieen umsetzen und da-durch in die Aesthetik eingreifend werden können, auch der Begriffdes Guten in die engste Fassung des Schönen unmittelbar mit-bestimmend eingeht.

Lotze, dessen Ansichten den eudämonistischen Grundzug mit denunsern theilen*), giebt doch den dabei einschlagenden Begriffen Lust, Schön,.Gut, Werth, eine ganz andere Stellung zu einander, als hier geschehen,macht namentlich das Schöne erst vom sittlich Guten abhängig, statt beide

! ) Entscheidende Aussprüche in dieser Hinsicht s. u. a. in Mikrokosm