Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
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307
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Mit Monumenten, denen man Heiligkeit beizulegen sich volks-thümlich beeifern sollte, wird wie mit citclen Dekorationen verfahrenund gespielt. Die Romanzoffs-Säule wird von einem Ufer der Newaauf das andere hinübergebracht, um dort zu einem neuen Point deVue zu dienen, und es wird beantragt, die Statue des Zaren Pe-ter's des Großen zu einer ähnlichen Verschönerung von der Stelle,die sie jetzt einnimmt, zu verrücken.

Es ist mir schmerzlich, hier ein scharfes Urtheil sprechen zumüssen, welches gleiche Unheiligkeit trifft, deren man sich in derHeimath auch schuldig gemacht. Aber was ist denn ein Monument?Ein Fleck Erde wird dem Gedächtniß eines Mannes oder einerThat geweiht; da setzt man einen Stein auf und peitscht die Kinderbei dem Steine und sagt ihnen dabei: erinnert euch an das unddas. So wird unter den Menschen die Sage, die mündliche Ueber-lieferung an ein bestimmtes Aeußeres gebunden. Das ist imWesentlichen ein Monument. Daß ihr später Buchstaben in denStein graben gelernt und den Stein selbst nach dem Bildnisse einesMenschen mciseln, das sind außerwesentliche Zugaben. Wälzt denStein von seinem Orte fort, so habt ihr nur einen Stein, wieandere Steine mehr auf dem Felde sind. Verrückt das Standbildvon seiner Stelle, so setzt ihr es auf seinen Kunstwerth herab, sohabt ihr nur noch ein Bild, wie ihr der Bilder mehr in eurenMuseen habt, die sonst in Tempeln Götter gewesen sind. Legtnicht Hand an ein volksthümliches Monument; legt nicht Hand andie Statue eines eurer Helden: der Ort, wo sie steht, gehört ihr, ihrhabt kein Recht mehr daran. Errichtet Monumente auf Plätzen,wo man sie sehen kann, nicht aber zu eiteler Verschönerung, undwählt bedächtig den Ort, den ihr nicht willkürlich verändern dürft.

Der Graf Romanzoff traf in St. Petersburg in den erstenTagen des Septembers ein.

Alles was zu meinem Gebrauch an Instrumenten und Büchernauf Rechnung der Expedition angeschafft worden, wurde mir, wiejedem von uns, abgefordert. Ich blieb hingegen im Besitz dessen, wasich gesammelt hatte. Ich wurde entlassen, die von mir gefordertenDenkschriften in Berlin zu vollenden. Der Rurik ward verkauft.

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