Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
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Kanot. Der Anker ward gelichtet, und spielend, lachend, lärmendführten die Sandwicher in guter Ordnung und mit einer Gewalt,die unsere Seeleute bewunderten, den Rurik dahin. Wir fuhrennach dem Log drei Knoten. Wir ließen unter den Mauern derFestung die Anker fallen, und Herr Jung kam an Bord, Bezah-lung für den Dienst einzufordern, den nicht Leute des Königs unsgeleistet hatten.

Ich kann das Erste, was uns, wie jedem Fremden, auf diesenInseln entgegentrat, mit Stillschweigen nicht übergehen. Die allge-meine, zudringliche, gewinnsüchtige Zuvorkommenheit des andern Ge-schlechtes; die ringsher uns laut zugeschrieenen Anträge aller Weiber,aller Männer Namens aller Weiber.

Die Scham scheint mir dem Menschen angeboren zu sein, aberdie Keuschheit ist nur nach unfern Satzungen eine Tugend. Ineinem der Natur näheren Zustande wird erst das Weib in dieserHinsicht durch den Willen des Mannes gebunden, dessen Besitzthumes geworden ist. Der Mensch lebt von der Jagd. Der Mann sorgtfür seine Waffen und für dm Fang; er ernährt die Familie. DerWaffenfähige herrscht rücksichtslos im Gebrauche seiner Uebermacht;das Weib dient und duldet. Er hat gegen den Fremden keine Pflicht;wo er ihm begegnet, mag er ihn tödten und sein Besitzthum sichaneignen. Ob er des Gctödtetcn Fleisch zur Speise benutzt oder ver-wesen läßt, ist unerheblich. Schenkt er aber dem Fremdling dasLeben, so schuldet er ihm fürder, waS zu dein Leben gehört; dasMahl ist für Alle bereitet, und der Mann bedarf eines Weibes.

Auf einer höheren Stufe wird die Gastfreundschaft zu einerTugend, und der Hausvater erwartet am Wege den Fremdling undzieht ihn unter sein Zelt oder unter sein Dach, daß er in seineWohnung den Segen des Höchsten bringe. Da macht er sich auchleicht zur Pflicht, ihm sein Weib anzubieten, welches dann zu ver-schmähen eine Beleidigung sein würde.

Das sind reine, uiwerderbte Sitten.

Diesem Volke der Lust und der Freude o könnt' ich dochmit einem Athemzuge dieser lauen, würzigen Luft, mit einem Blickeunter dieser» licht- und farbreichen Himmel euch lehren, was Wollust