Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
150
Einzelbild herunterladen
 

150

7

150

unentgeltlich. Wir brauchten dem Könige nichts zu geben, undwollten wir ihm ein Geschenk machen, so sei es nur nach Belieben.So Tameiameia, König der Sandwich-Inseln.

Unsere Gegengeschenke zeugten von unserer friedlichen Gesinnung.Zwei kleine Mörser mit den dazu gehörigen gefüllten Granaten undPulver. Eisenstangen, die wir als Ballast hatten und die ihm an-genehm zu sein schienen, wurden für ihn zu Hana-ruru ausgeschifft. Er selbst erkundigte sich im Gespräche, ob wir ihm wohl etwasWein ablassen könnten? Er erhielt ein Fäßlein guten Teneriffa vonunserm Vorrath. Der Kapitain hatte zufällig etliche schöne Aepfelaus San Francisco mitgebracht. Er fand sie wohlschmeckend, ver-theilte sie zum Kosten den Häuptlingen um ihn und ließ die Kernemit großer Sorgfalt sammeln. Auf den Wunsch, den Herr vonKotzebue aussprach, ließ Tameiameia sogleich einen Federmantel her-beiholen und überreichte ihm solchen für den Kaiser Alexander.

Furchtlos und würdevoll schlug er ab, auf das Schiff zu kommen,

da die jetzige Stimmung seines Volkes es ihm nicht erlaube. Wir

statteten dem Reichserben Lio-lio einen Besuch ab. Ich kann dem,

was ich in den Bemerkungen und Ansichten gesagt habe, nichts hin-zufügen, obgleich die dort, hauptsächlich nach Herrn Marini, ausge-sprochenen Weissagungen nicht in Erfüllung gegangen sind. DerTisch war für uns in einem Hause, das im Umfang des königlichenMorai lag, auf europäische Weise gedeckt. Der König geleitete unsdahin mit seinen Häuptlingen, doch »ahm weder er noch einer vonihnen Antheil an dem Mahle, das wir allein verzehrten. UnsereMatrosen wurden nach uns auf gleiche Weise bewirthet. Wir er-fuhren später, daß mit diesem uns gereichten Mahle ein religiöserSinn verbunden gewesen. Die wir als Feinde angekündigt, alsFreunde gekommen waren, aßen ein geweihtes Schwein an geweihterStelle in dem Morai des Königs.

Nach uns speiste Tameiameia in seinem Hause allein, wobeiwir ihm zuschauten, wie er uns selber zugeschaut hatte. Er nachaltertümlicher Sitte. Gesottene Fische und ein gebackener Vogelwaren die Gerichte, Bananen-Blätter die Schüssel, und der beliebteTaro-brei vertrat die Stelle des Brodes. Die Diener brachten