Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
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Rattenjagd ward auf dem Verdeck als ein sehr ernstes Geschäft an-gestellt und drei Stück wurden erlegt. Es ist von da an keine mehrverspürt worden.

Am 27 . steuerten wir auf das Land zu, das uns im heiterstenSonnenschein erschien, so wie wir in seiner Nähe aus der Nebeldeckedes Meeres heraustraten. Zwei Boote wurden zu einer Landungausgerüstet. Indem wir nach dem Ufer ruderten, begegneten wireiner Baidare mit zehn Eingeborncn. Wir verkehrten mit ihnen,nicht ohne wechselseitig auf unserer Hut zu sein. Tabak! Tabak!war ihr lautes Begehren. Sie erhielten von uns das köstliche Kraut,folgten unfern Booten freundlich, fröhlich, vorsichtig, und leistetenuns beim Landen in der Nähe ihrer Zelte hülfreiche Hand. Diehier am Strande aufgerichtetcn Zelte von Robben- und Wallroß-häuten schienen Sommerwohnungen zu sein und die festen Wohnsitzeder Menschen hinter dem Vorgebirge im Westen zu liegen. Vondaher kam auch eine zweite Baidare herbei. Unser verständigerAleut, der eine längere Zeit auf der amerikanischen Halbinsel Alaskazugebracht, fand die hiesige Völkerschaft den Sitten und der Sprachenach mit der dortigen verwandt und diente zu einem halben Dol-metscher. Während der Kapitain, der in ein Zelt geladen worden,den Umarmungen und Bestreichungen so wie der Bewirthung derfreundlichen thranigen Leute, die er mit Tabak und Messern be-schenkte, ausgesetzt blieb, bestieg ich allein und unbefährdet das felsigeHochufer und botanisirte. Selten hat mich eine Herborisation freu-diger und wunderlicher angeregt. Es war die heimische Flora, dieFlora der Hochalpen unserer Schweiz zunächst der Schneegrenze, mitdem ganzen Reichthum, mit der ganzen Fülle und Pracht ihrer demBoden angedrückten Zwergpflanzen, denen sich nur wenige eigcnthüm-liche harmonisch und verwandt zugesellten. Ich fand auf der Höheder Insel, unter dem zertrümmerten Gesteine, das den Boden aus-macht, einen Menschenschädel, den ich unter meinen Pflanzen sorg-fältig verborgen mitnahm. Ich habe das Glück gehabt, die reicheSchädclsammlung des Berliner anatomischen Museums mit dreiennicht leicht zu beschaffenden Exemplaren zu beschenken: diesem vonder St. Laurenzinsel, einein Aleuten aus einem alten Grabmal auf