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3 (1864)
Entstehung
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hatte mich mit ängstlicher Bedächtigkeit erkundigt, ob der Fall über-haupt denkbar sei, daß durch widrige Winde aufgehalten oder ver-schlagen das Packetboot über acht Tage auf der Fahrt nach Kopen-hagen zubringen könne, und mir war versichert worden, man könneim schlimmsten Falle immer noch bei Zeiten auf den dänischen In-seln landen.

Ein Einlaß des Meeres schlängelt sich, gleich einem Landsee,landeinwärts nach Kiel, begrenzt von Hügeln, die im schönsten Gründer Schöpfung prangen. Ein Binnenmeer ohne Ebbe und Fluch,in dessen glatte Spiegelfläche das grüne Kleid der Erde hinabtaucht,hat das Großartige des Ocean's nicht. Nettelbeck schilt die Ostseeeinen Entenpfuhl; man kommt auf der Fahrt von Kiel nach Kopen-hagen nicht einmal in daS Innere desselben hinein, indem inan immerSicht des Landes behält. Aber recht anschaulich wurde, wie dieMeere recht eigentlich die Straßen deS Landes sind, bei der MengeSegel, die man um sich sieht, und von denen wir zwischen der grü-nen Ebene Zeeland's und den niedrigen Küsten Schwedens nie unterfünfzig zählten.

Wir waren am Morgen des 24. Juli unter Segel gegangen.Am Abend frischte der Wind, und die Nacht ward stürmisch. Alsdas Schiff, eine Galeasse von 5 Mann Equipage, zu rollen begann,wurden auf demselben die anfangs lauten Passagiere still, und ichselbst zahlte dem Meere den ersten Tribut. Aber ich erholte micham andern Tage wieder und glaubte mich schon wohlfeileren Kaufesabgefunden zu haben, als ich selber befürchtet hatte. Nebst dieserErfahrung erwarb ich auch auf dieser Vorschule des WeltumseglersAnderes, wovon ich zu reden Anstand nehme: Das ergab sich später,als ich nicht gern fand, was ich doch emsig zu suchen vermochtwurde. In der Apotheke zu Kopenhagen, wo ich des Dänischenunkundig mein bestes Latein hülfebegehrend entfaltete, antwortetemir der Lehrbursche in noch viel besserem Deutsch, indem er mirdie geforderte Salbe einhändigte. Wir wurden am 26. Juli Mit-tags bei gänzlicher Windes- und Meeresstille in den Hafen vonKopenhagen von unserm Boote Lugsirt.

Ich habe in Kopenhagen, wo ich mich gleich heimisch einge-