Druckschrift 
3 (1790) Von Liq bis Sed
Entstehung
Seite
734
Einzelbild herunterladen
 

734

Ruh

sciiicct ikis tsräitss guietis natura psr ticipat; sltersm inter

eiete^mmatroneM Motrrr versus »liguam zartem, et vrcur/rrMror^o^rr in illa parke ^rie/ceirki/, vel alirer moriöcc.). Ersucht also in der Ruhe selbst eine Kraft, und leitet von der-selben die Harte der festen Körper her, dagegen er die Flü-ßigkeit für eine beständige Bewegung aller Theile erklärt.Diese übelgeordneten Vorstellungen verwirren seine ganzeMechanik, und führen ihn auf ganz irrige Gesetze des Sto-ßes , s. Stoß. Erst Newton hat durch richtige Bestim-mung des Satzes von der Trägheit diese Begriffe gehörigauseinander gesetzt, und auf dieselben ein deutlicheres undfestes System der Mechanik gebaut, s. Trägheit.

Ein ruhender Körper bleibt so lang in Ruhe, bis ihnirgend eine Kraft in Bewegung setzt. Also nicht zu Unter-Haltung der Ruhe, sondern zu Aufhebung derselben, wirdIkxraft erfordert. Wenn diese Kraft in der That wirkt, undden ruhenden Körper bewegt, so wird sie freylich dadurchganz oder zum Theil aufgewendek. Daher stellen sich man-che im ruhenden Körper eine ihr entgegenwirkende Kraft vor,durch welche sie oder ihr Theil aufgehoben werde. Es istaber ganz überflüßig, so etwas anzunehmen; die Aufhebungder Kraft oder des Theils, der gewirkt hat, folgt ja schonnatürlich daraus, daß die Wirkung erfolgt ist, daher diedarauf verwendete Ursache nun nichts weiter bewirken kan,s. Gegenwirkung.

Von fortdaurenden oder absoluten Kräften, die in be-wegte Körper noch immer fortwirken, wird in jedem Augen-blicke nur derjenige Theil, der eben jetzt wirkt, verwendet.Im folgenden Augenblicke erfolgt ein neuer Stoß, der dieWirkung vermehrt, und die schon entstandne Bewegungbeschleuniget, und so werden nach und nach alle Stößeder Kraft auf Beschleunigung verwendet. Darum hat manaber nicht nöthig, im bewegten Körper eine eigne Kraft zusuchen, die durch ihren Widerstand diese Stöße aufhebk.Also ist es auch nicht nöthig, dem ruhenden Körper eineKraft beyzuleqen, welche den ersten Stoß, der die Bewegungerzeugte, aufhebk.