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3 (1790) Von Liq bis Sed
Entstehung
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Qne

bildet den Zinnober, eine dunkelrothe nadelförmig-ange-schossene Masse, welche durchs Feinreiben eure sehr schönerothe Farbe.erhalt. Dieser künstliche Zinnober ist dem na-türlichen vollkommen ähnlich; nur hat der letztere eine hö-here Farbe, welche von einem geringem Verhältnisse desSchwefels herrührt.

Das Quecksilber ist im Zinnober mit dem Schwefelso genau verbunden, daß die bloße Wirkung des Feuers die-se Verbindung nicht zu trennen vermag. Setzt man aberein Zwischenmittel hinzu, das mit dem Schwefel mehr Ver-wandtschaft hat, z. B. Kalkerden, fixe Laugensalze, Eisen,Kupfer, Bley, Spicßglaskönig, so last sich das Quecksil-ber durch die Destillation abscheiden, und geht in metalli-scher Gestalt über, indem der Schwefel mit dem Zusatzeverbunden, in der Retorte zurückbleibt. Diese Arbeit heißtdas Lebend'tsmacden des (Quecksilbers (kevivNcsticrbckercurii). Man sieht dieses aus dem Zinnober wieder le-bendig gemachte Quecksilber mit Recht als das reinste an,dessen man sich in der Arzneykunde, den Künsten, und bei-den physikalischen Versuchen überall, wo reines Quecksilbererfordert wird, bedienen muß.

Gegen erdigte Substanzen und Metallkalke verhaltsich das Quecksilber, wie jedes geschmolzene Metall; es lastsich nemlich auf keine Weise mit ihnen in Verbindung brin-gen. Ganz leicht aber verbindet es sich mit den Metallenselbst, und am leichtesten mit dem Golde und Silber, s.Amalgama. Man nennt die Verbindung oder Auflösungeines Metalls mit Quecksilber das Verquicken (Amalgams-tio). Sie geschieht entweder durch bloßes Zusammenrei-ben in einem gläsernen oder steinernen Mörsel, oder durchSchmelzung des Metalls und Zumischung des Quecksilbers.Mit dem Kupfer geht diese Verbindung schwer von statten,noch schwerer und unvollkommner mit dem Spießglaökö-nig, Eisen und Arsenikkönig, und beym Nickel- und Ko-baltkönig scheint sie gar nicht statt zu finden. Man bedientsich der Verquickung des Zinns zu Belegung der Glasspie-gel, und der des Goldes und Silbers zu den Vergoldungenund Versilberungen im Feuer.