Verengerung des Augensterns. Daß hiebey kein deutlichesBewusiftyn statt finde, streite nicht gegen die Möglichkeitder Sache, da mau auch wUikührliche Bewegungen z. B.Gehen, Schlucken u. dgl. sehr oft ohne Bcwustseyn ver-richte.
Diese Meinung aber haben Bserhave und Hallermit wichtigen Gründen bestritten. Es steht doch nie inunserer Gewalt, die aromatischen Bewegungen des Her-zens und der Eingeweide nach Willkühr zu hemmen oderhervorzubringen, und selbst dix Gemüthsbewegungen wir-ken darauf ganz unwillkührlich. Die willkührlichen Bewe-gungen hingegen stehen ganz und allezeit in unserer Gewalt.Fieber und Krisenj der Krankheiten sind in unzählbaren Fal-len dem Körper nicht heilsam, sondern eher zerstörlich fürdenselben. Und daß im Körper allein keine Quelle der Be-wegung liegen könne, ist bey unserer eingeschränkten Kennt-niß der Kräfte eine allzugewagte Behauptung, zumal dauns die Erfahrung so viele und so heftige Bewegungen zeigt,die durch Schwere, Elasticität u. dgl. in der Materie allein,ohne Zuthun geistiger Wesen erfolgen.
Haller schreibt vielmehr den Fleischfasern, als ein un-terscheidendes Kennzeichen, eine Reizbarkeit (irritabilns-iem) zu, d. i. die Eigenschaft, sich bey jedem äußern Reizezusammenzuziehen, s. Fibern. Er glaubt, bey den avto-matischen Bewegungen entstehe dieser Reiz durch die Ein-richtung der khierischen Oekonomie selbst, z. B- im Herzendurch das Blut, im Magen und den Gedärmen durch Luftund Speisen, in der Harnblase durch den Urin, in derGallenblase durch die Galle rc.; bey den willkührlichenBewegungen aber gewöhnlich durch die Nerven. Inzwi-schen können auch Muskeln, die sonst nur dem Willen derSeele oder der Wirkung der Nerven gehorchen, durch denReiz einer Schärfe u. dgl., wie bey Convulsionen, in un-willkührliche Bewegungen verseht werden.
Daß die willkührlichen Bewegungen vermittelst derNerven hervorgebracht werden, ist ganz ohne Zweifel, dabey gedrückten, zerschniktnen oder unterbundenen Nerven dieGlieder gelähmt werden. Wie aber dies geschehe, darüber