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Deutsche Familiennamen nach ihrer Entstehung und Bedeutung, mit besonderer Rücksichtnahme auf Zürich und die Ostschweiz
Entstehung
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Nicht in so ausgedehntem Maasse wie der Personennamedes Vaters zur Bildung eines Bei-, nachmals Familiennamensverwendet wurde, aber doch in nicht allzu seltenen Fällenward statt des Vaternamens der Personenname der Mutterhiefür benutzt. Warum sollte diess auch nicht geschehen?Wo eine Frau, früh verwittwet, die Ernährerin der Kinderund das Familienhaupt darzustellen hatte, oder wo bei einembestehenden Ehebunde der geistig oder körperlich schwä-chere Ehemann hinter der stärkern, rührigem Gattin zurück-stand, wo sie es war, die den Unterhalt der Familie erwarb,lag es nahe, den Beinamen für die Kinder nicht von demPersonennamen des im Hintergründe stellenden Vaters, son-dern von demjenigen der Hauptperson in der Familie, alsoder hervortretenden Mutter, zu entlehnen. Wirklich treffenwir schon in einer Urkunde der Abtei Zürich vom Jahre1225 auf ein Individuum, das einen vom Personennamenseiner Mutter geschöpften Beinamen führt, nämlich aufR.filius Engildrudis, R. Sohn der Engeltrud.

Mit Hinweglassung der Bezeichnung Sohn werden nungewisse Frauennamen, das eine Mal im Nominativ, das andereMal im Genitiv stehend, directe zu Familiennamen. Der altedeutsche Frauenname Ita, Ida, im Genitiv stehend, ist derFamilienname eines im Kanton Zug verbreiteten GeschlechtesIten .*) Im Stammheimer-Thale des Kantons Zürich dagegenführt ein anderes Geschlecht denselben Frauennamen im Nomi-nativ und schreibt sich Ita, früher auch Ytt, Itt, Steuerbuch1467. Eben der gleiche Frauenname hat auch den st. galli-schen Familiennamen Idtensohn hervorgebracht-, Ellensohnist zweifelsohne Sohn derElli; Letzteres eine in unsern mittel-alterlichen Quellen sehr häufig vorkommende Form einesweiblichen Namens. Gutensohn, Gutensonn und Gutersolmbezeichnen den Sohn der Guta. Die meisten metrony-mischen Namen aber, die uns begegnet sind, sind durchAnfügung der Ableitungsendung er an den Frauennamen

*) Vergleiche hiezu auch den Namen Aythen (Jekli Agthen imSteuerbuch von 1408), welcher die Nachkommen einer Agthe, Agathebezeichnet, und Annen (Genitiv von Anna), Geschlecht in Steinen, Kt.Schwyz.