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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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rung, und sicherlich hat er nicht ohne Staunen die herrlicheKathedrale Kölns, damals im Bau begriffen, betrachtet. Erliebte die Musik und die schönen Melodien entzückten ihnbuchstäblich, wie es die berühmte Extase, welche beimOrgelspiel in der St. Johanneskirche zu Herzogenbusch überihn kam, beweist 1 .

Man hat ihm eine gewisse Strenge in der Moral zum Vor-wurf gemacht, derzufolge er die eine oder andere Verpflich-tung übertrieb, und einige gewagte, heute ganz aufgege-bene Meinungen, wie z. B. seine Zustimmung, wenigstensdem Wesen nach, zu der sogenannten Gersonschen und Ba-seler Theorie bezüglich des Vorranges der General-Concilienüber den Papst und zum Constanzer Decret 2 über die perio-

Passione (Ibid. f" 177). Der vom Verfasser für seine Gedichte ange-wandte gleichförmige Rhytmus ist das alte jambische Versmass desHoraz und der Klassiker, woraus unter der Hand der mittelalterlichenDichter ein aus acht mehr oder weniger isochronen Silben bestehenderund zu Reimstrophen geordneter Vers wurde. Die Verse, männliche(paroxytonische), wie weibliche (oxvtonische), folgen ohne grosse Ord-nung aufeinander, bald paarig, bald gekreuzt. Die erste Strophe zeigtuns vier männliche, abwechselnde Reime, gefolgt von zwei weiblichen.O Deus praestantissime, Bonus substantialiter.

Tu bonus naturaliter, Tua demum est natura,

Dominator altissime, Bonitas omnino pura.

Der Autor erlaubt sich öfters eine poetische Licenz; sein Vers hathie und da (selten) neun Silben; er lässt die elidirten Vocale zählen,wie in dem fünften citirten Verse, endlich beobachtet er nicht immerdie Regel der Silbenbetonung auf dem 2. 4. und 6. Fusse : Dominatoraltissime etc. Ausser diesen poetischen Versuchen ist die ganze Abhand-lung De laudibus Dei (Oper, minor, t. II, P 142), und einige Fragmenteder oben genannten Tractate in dieser gleichlautenden Prosa geschrie-ben, die man in mehreren Werken des Mittelalters, besonders in derNachfolge Christi wiederfindet. Sie nähert sich der Versbildung durchden Gleichklang der verschiedenen Satzglieder und die durch gewisseRegeln, deren Auseinandersetzung zu weit führen würde, bestimmteCadenz der Endsilben Quum tua natura — sit bonitas idealis in te sub-sistens et separata — necesse est ut bonitatis essentia — sit in te nul-latenus minorata, etc. — (Ueber die Metrik und die gereimte Prosades Mittellalters siehe L. Gautier, Hist, de la poesie liturgique, undMgr Puyol, De Imitat. Christi, append. I.)

1 Loer, Vita, cap. v, pag. 24. — Dionysius hat uns seine Ansicht (Devita Canonicorum, art. xxii, Oper, minor., t. I, P 465) über die Kirch-liche Musik und den eben in die Kirche eingeführten Discantus, derGegenstand lebhafter Streitigkeiten war, hinterlassen.

2 Sessio XXXIX. Dionys. De auctoritate Concil. gener., lib. I, art.x-xxxvn. Oper, minor., t. I, f" 332 , V".

Zur Entschuldigung des Autors müssen wir mit einem Historiker