Wallenstadter-Ser. 465
Ostwind bergab. Gewöhnlich steigen die UngewitterNachmittags von Westen herauf; wenn man also vorder Abfahrt von fVescn den Himmel oberhalb denGebirgen des K. Glarus beobachtet, und je nach demAnschein jogieich abrudert oder noch die Abfahrt ver-schiebt, so wird man nicht das Mifsvergnügen haben,bey der Heise über diesen herrlichen See gestört zuwerden. Wer von Pl'allenstadt abfährt, mufs, womöglich, immer früh Morgens die Reise machen; ge-schieht es Nachmittags , so kann man von hier denHimmel gegen Abend noch besser beobachten, als zuJYesen , und darnach seine Abfahrt beschleunigen oderverschieben. Der gefährlichste Wind auf diesem Seeist heftiger Nordwind, den die Schiffer Blätliser nen-nen, weil er über die Gräthe dieses Felsens an denschroffen Wänden mit ungeheurer Wuth auf den See-kessel herabstürzt, und nicht langgezogne sondern un-regelmäfsige, himmelthürmende Wellen erregt. — Esherrscht eine strenge Aufsicht über die Schiffahrt: KeinSchiff darf länger als drey Jahre gebraucht werden.Bey ungewisser Witterung sind die Schiffer befehligt,sich an der mittäglichen Seite zu halten; und bey ge-fährlichen Winden darf kein Schiff abfähren.
Felsen, Oerter und W assertälle diesesSees. Dieser See verdient ganz besonders einen Be-such. Wildheit, Kühnheit und schauerliche Gräfslich-keit vereinigen sich hier mit höchst malerischer undromantischer Natur. Um alle Schönheiten dieses Seeskennen zu lernen, müfstc man sich mehrere Tage inIV.
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