Druckschrift 
4 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 3 (1810) P - Z
Entstehung
Seite
391
Einzelbild herunterladen
 

Ursern- Thal.

39 *

von Disentis von dem deutschen Kaiser mit der ganzenHerrschaft Disentis , in welche das Ursära - Thal be-griffen war, belehnt wurden, Ursära schon bevölkertgewesen, ist nicht bekannt. Die Neubekehrten waren da-mals zum Anhören der Messe nicht an Sonn- und Feier-tagen, sondern nur zu gewissen Zeiten des Jahres ge-halten. Die Ursärer hatten daher lange Zeit keinePriester, und wie sie Messer (Priester) erhielten, sowaren es die Kloster-Geistlichen von Disentis, zu wel-cher Kirche sie gehörten. Disentis liefs die erstenKirchen im Medels -Thal 1456., im Tavetscher - Thal1490., und im Ursären - Thal die Kirche des H. Co-lumbanus (in welchem Jahr ist ungewifs) bey An~der - Matt bauen. Anfänglich war dies eine Filial-kirche von Disentis, aber seit 1490- wurde die Kircheder HH. Peter und Pauli in An-der-Matt geweihet,und stehende Seelsorger ihr zugegeben. Räalp (einName, welcher den rhätischen Ursprung sehr deutlichausspricht) erhielt die zweyte Kirche, und zum-Dorfu. Hospital wurden Filialkirchen; zu allen diesen Kirchenhatte der Abt von Disentis das Ernennungsrecht. Seitder Bevölkerung Ursärens stellten dessen Einwohneralljährlich eine grofse Kreuzfahrt nach Disentis zudem Grabe der Heiligen Sigisbert und Placidus , ihrenersten Aposteln des Christenthums, an. Ursära standvon Alters her unter dem Bisthum von Chur, welchesnicht statt gehabt hätte, wenn dieses Thal von Wallisaus bevölkert worden wäre. Die Abtey Disentis war Be-sitzer des Gotthards und der dortigen Alptriftcn, und