Druckschrift 
4 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 3 (1810) P - Z
Entstehung
Seite
392
Einzelbild herunterladen
 

3<)2 Ursern-Thal.

die Abtey war e« auch, welche aut der Höhe des For-tunci (etimaliger Name des Gotthards) gegen Endedes XIV. Jahrhunderts eine dem H. Gotthard geweihteKapelle und ein Spital erbauen lief». Alle diese That-sachen beweisen ziemlich gewifs, dafs das Ursdrn- Thalursprünglich von den Rhätiern des Vorder-Rheinthalsbevölkert wurde, und der Abtey Disentis angehörigund pflichtig war. Die rhätische Sprache herrschte hierdurchaus, bis das Thal im XIV. Jahrhundert mit denBewohnern des K. Uri durch Eröffnung des Wegesum den Teufelsberg vermittelst einer in Ketten hän-genden Brücke, und durch das mit Uri aufgerichteteLandrecht in die genauste Verbindung kam. Der stetsmehr betretne Pafs über den Gotthard setzte die Ursä-rer nicht blofs in tägliche Berührung mit deutschenSchweitzcn, sondern es liefsen sich auch viele dersel-ben hier nieder, und so gewann die deuts.he Sprache

i

in dieser rhätischen Kolonie (wie in Graubüudten selbstan mehrern Orten mitten unter romanisch redendenGemeinden , z. B. zu Tusis') so allgemeines Ueberge-wiebt, dal's die rhätische Sprache ganz verschwundenist. Nach dem Zeugnifs Glareans ( in den Annot. inComment. Caesar. L. IV. p. 120.) redeten die Einwoh-ner von Ursärn noch im XVI. Jahrhundert rhätisch.W eder Felix und Regula , noch Siegisbert und Colum-ban reisten im III. und VII. Jahrhundert durch Ursärn-Thal, wie die Legenden erzählen. Die erste Erwäh-nung desselben geschieht in einer Urkunde vom J.1300., worin von einem Heinrich und JValter von

\