Druckschrift 
Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
342
Einzelbild herunterladen
 

342 Die jährliche Sonnenwärme überhaupt.

ist, (§.649.) zeigt es den beständigen Theil der Sonnenwärme an. Willman demnach diesen mit zur Grundwärme rechnen, so wird die ge-stammte Grundwärme durch die Ordinalen der pnncrirten Linie vorge-stellt. Die größte Sommerwärme trist aufd-n zzsten oder Zysten Gradder Breite, und dann ans den Pol. Denn men siehr, daß die Linie ein doppel-tes und so auch ein doppeltes Mninnim hat. Die geringste So:n-

merwärme ist unter dem Äquator und dann auch beym Polarcircul. Die Win-lerka'te nimmt hingegen in einem fort ab. Ich muß aber doch zu besserer Aufklä-rung sagen, baß ich diese Linien, mittelst derer von der ^sten Figur gezeichnethabe. Es wird daher von den zwee» Wintern, die jährlich in der heißen Zonestatt haben, hier eigentlich der kältere vekstanden, wo nemlich die Sonne am wei-testen vom Scheitelpunkt entfernt ist. Denn unter dem Wendekreise hat dieserallein statt. Und unter dem Aeqnator sind beyde gleich. Der weniger kalte nä-hert sich demnach der größten Sommerwärme destomehr, je mehr man vom Ae-quaror näher gegen den Wendekreis fortrückt. Die Sonne ersetzt durch die län-ger» Tage, was sie wegen der geringem Mittagshöhe nicht geben kann.

Fünftes Hauptstück.

Einige Anmerkungen.

§. 691.

A>>it der in beyden vorhergehenden Hauptstücken vorgetragenen Theorie habensiib nach Halley mehrere beschäftigt. Wolf sähe in seiner Abhandlungvom kalten Winter 1729, ganz wohl ein, daß H-lley einen guten Anfang ge-macht hatte. Er fand aber zum Weitergehcn so viele Schwierigkeiten, daß er eslieber gaky unterlieft Mair.m glaubte in den Pariser lVlemoirer 1719. weitergehen zu können, und zwar mit einem solchen Anschein von Genauigkeit, daßer so gar die Stralenbrechung mit in die Rechnung zieht, und die Schwächungdes Sonnenlichtes durch die Luft ebenfalls mitnimmr. Dann nimmt er statt allerSonnenhöhen, die vom Mittage, und statt ihres Sinus das Quadrat desselben.Dieses, wegen LerRefraction und Schwächung des Lichtes durch die Luft reducirt,nmltiplicirt er durch die Tageslänge, und dividirt was herauskömmt durch dieNachtlänge, und so soll der Quotient der Sonnenwärme proportional seyn. Aufdiese Art findet er für die Polhöhe von Paris die Sonnenwärme für o D 66malgrößer als fürs und letztere seht er dem ^-^ten Theil der Grundwärme gleich.Eigentlich dividirt Mairan nicht durch die Nachtlänge, sondern er multiplicirtdie TageSlänge von 0 L mit der Nachtlänge von o Z , und hinwiederum dieTa-gesläi^e von 0 2 mit der Nachtlänge >Mo L. Dieses hat aber keinen Verstand.