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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
307
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Einleitung. Z07

dazu geschaffen zu seyn scheint, der Erde eine Wärme zu geben, die sie von derSonne allein nicht erhalten könnte. Dieses Feuer ist nun allerdings in unglei-chen Tiefen und ungleich vertheilt. Bey den feusrspeyenden Bergen reichet eSbis an die Oberfläche, und tragt mit dazu bey, daß z. E. in Island die Winter-kälte sehr gemäßigt ist. Wo die Hitze desselben sich unter der Erde frey ausbrei,tet, nimmt sie in umgekehrter Verhältniß des Quadrates der Entfernung ab.(§. 346.) Zieht sie sich aber durch unterirdische Gänge und Grüfte, oder theiltsie sich einem vorbeyfließenden unterirdischen Wasser mit, so nimmt sie mit derEntfernung logacithmisch ab. (§, 327.) Man kann sich leicht auch Fälle geden-ken, wo beyde Verminderungen zugleich statt finden. Gewöhnlich aber muß mansie sich als noch viel mehr zusammengesetzt vorstellen. Denn die unterirdschenGänge sind eben nicht so ganz cylindrisch oder von durchgängig gleicher Weite, wiedie Röhre im 541. H., und die ungleiche Dichtigkeit und Cohäsionskräfte der un-terirdschen Körver ist mehr als zureichend, sehr viele Ungleichheiten in der Aus-breitung, der vom unterirdschen Feuer herrührenden Wärme zu verursachen»

§- 579 .

Zn den Wirkungen dieses unterirdschen Feuers kommen nun wohl auchnoch geringere Grade von Wärme, und zuweilen auch von Kälte, die bloß auSMischungen ungleichartiger Materien herrühren, und welche wohl auch der An-fang zu einem wirklich nachher entstehenden Feuer seyn können. Solche Mi-schungen und die Feuer selbst mögen nun etwa das seyn, was schon mehrere Welt-weise, als die Gruird-waunie der Erde, angesehen haben. Wenigstens ge-ben sie Len Stoff dazu, und so auch zu deren fernem Unterhaltung. Aus derungleichen Tiefe und Vertheilung wird auch begreiflich gemacht, daß nicht alleTheile der Erdfläche davon gleich erwärmt werden, und daß eben daher Länder,die der Sonne gleich ausgesetzt sind, sehr ungleich warm oder kalt feyu können.Und da es fehr vermuthlich ist, baß die unterirdfche a^itze wenigstens dadurch ih-ren Ort ändert, daß sie an einem Orte am Stoffe Abgang leidet, während deman andern Orten Mischungen und neues Feuer entstehn, so kann es auch seyn.Laß Länder, die ehemals kälter waren, nachgehends warmer werden, und hinwie-derum Länder, die mehr Wärme haben, künftig daran Mangel leioen. Es giebtmehrere Veränderungen in der Erde, wozu viele Jahrhunderte Zeit gehören.

§. ;8o.

Die Wirkungen dieser Gnmdwärme sind also für jedes Land zn ar mehroder weniger verschieden, dabey aber mehrenrheils Jahrhunderte durch ziemlichgleich, und, im Ganzen betrachtet, scheinen sie nicht sehr groß zu seyn. Dietäglichen und jährlichen Veränderungen sind demnach eigentlich der Sonne zuzu-schreiben. Sollten indessen die Erdbeben von neueutstehenden unterirdschen Ent-zündungen entstehen, so ist es vermuthlich, daß dadurch, so zu sagen, eine neue, Qq r