248 Anwendung auf die Kraft der Wärme
bey, daß in Lichtern Körpern zu gleicher Wärme weniger Feuertheilchen erfordertwerden, als in lockeren Körpern. Nur muß man daraus nicht schließen, daß dieMenge in umgekehrter Verhältnis'der Dichtigkeit sey, oder von der Dichtigkeitallein abhänge. Die Cohäsionskräfte kommen noch viel mehr als die Dichtigkeitin Betrachtung. Wir haben oben (Z. zox.) gefunden, daß bey gleicher Wärmedie Menge der Feuertheilchen in einem Cubi^oile Quecksilber, Weingeist undWasser sich wie die Zahlen 4, 6, 7 verhalte. Diese Zahlen sind nicht nur nicht inumgekehrter Verhältniß der Dichtigkeit oder spezifischen Schwere, sondern gehenin Ansehung des Weingeistes, der noch leichter als das Wasser ist, ganz davon ab.Eine ähnliche Ausnahme fand man bey dem Aufsteigen des Weingeistes in denHaarröhrchen, als man sähe, daß das Wasser in denselben fast um die Hälfte hö.'her stand. Man hatte das Gegentheil erwartet, weil der Weingeist leichterer Artist. Die Erwartung schlug fehl, und man mußte den Schluß machen, daß dergrößern Leichtigkeit unerachtet, die Cohäsionskräfte im Weingeiste stärker sindals im Wasser. Einen ganz ähnlichen Umstand fand man auch bey der Stralen-brechung, die im Weingeiste stärker als im Wasser ist. LTewrou schloß daraus,daß der Weingeist die Lichtstralen mit mehr Kraft gegen sich ziehe als Las Wasser.Und dieses mag wohl auch in Ansehung der Feuertheilchen statt haben.
§- 452 .
Da die Kraft, womit die Wärme feste Körper ausdehnt, beträchtlichgroß ist, so ist man auch längst schon auf die Gedanken gerakhen, eine so großeKraft zu nuhen. Was aber dabey hinderlich war, ist, daß eine so große Kraft«inen sehr kleinen Weg durchläuft, und demnach bey Maschinen nicht viel damitauszurichren ist. Indessen ist man, so viel ich weis, darauf verfallen, vermit-telst der Ausdehnung der Metalle, eine Uhr zu machen, die sich bloß durch dieAbwechslung von Wärme und Kälte von selbst aufzieht. Bey Taschenuhren istdie zum Aufziehen nöthige Kraft geringe- Trägt man sie bey sich, so erwärmensie sich leicht bis auf den zosten Reauinm schen Grad, und wenn man sie wiedervon sich legt, so nehmen sie die, mehrentheils um io, 20 bis goGrade, geringereWärme der Luft an.
§. 45 ^-
Ueber die ausdehnende Kraft der Wärme können wir nun, vermöge dervorhergehenden Versuche, folgenden Ueberschlag machen. Aus den Bestimmun-gen (§. 441.) ein Mittel genommen ist, die größte Ausdehnung
des Meßings ^ 4 ^des EisenS
seiner Länge. Und dazu werden, wenn die Stange eine Qnadratlinie Rheinl.dicke ist. (§. 428.)
beym Meßing 8Z5Pf«nd,beym Eisen 976 Pfund
" . Kraft