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Thermometer von festen Körpern.
§. 2.25.
Man ist aber, wie man mir berichtet hat, in England aufden Gedankengefallen, daß die erst erwähnte ungleiche Ausdehnung und daher rührende Krüm-mung auch bey Metallen könne erhalten werden, wenn man Bleche hätte, die aufder einen Seite Kupfer, auf der andern von Elfen waren. Dieses konnte, ohneeine Lochung vorzunehmen, mittelst der Streckewalzen erhalten werden. Dieseaus zwey Metallen bestehende Bleche müssen sehr dünne feyn. Man macht sieschmal, aber mehrer Zolle lang. Alsdann ist der Erfolg, Laß sie durch die Wär-me an der Seite einwärts gebogen werden, wo das Eisen, oder überhaupt, dassich weniger ausdehnende Metall ist. Die Beugung soll sehr beträchtlich feyn, soLaß dergleichen Bleche als Thermometer können gebraucht werden. Der Einfallist ganz artig. Es scheinen aber solche Thermometer nicht von sonderlichem Ge-brauch zu feyn.
§. 22 . 6 .
Mustherrbroek verfiel darauf, die Ausdehnung fester Körper, mittelstangebrachter Räderwerke sichtbarer zu machen. Die Stange, deren Ausdeh-nung gemessen werden soll, spannet er am einen Ende fest ein. Dadurch erhälter, daß das andere Ende durch die Ausdehnung sich in die Länge bewegt, undvermittelst eines daran befestigten Srängleins, den Zahn eines Trillinges oderauch nur das Ende einer Kurbel forkdrückk. An der Achse der Kurbel ist ein grös-seres Rad mit vielen Zähnen, welches in einen andern Trilling eingreift, an des-sen Achse ebenfalls ein größeres Rad mir vielen Zähnen ist, welche in einen drittenTrilling eingreifen rc. An der Achse des letzten Trillings ist ein Zeiger, welchersich, so wenig auch die Stange ansgedehnt wird, sehr stark und sichtbar herum-drehet, und auf einem Zifferblatt THUle anzeigk, welche der Ansdehnnng propor-tional sind, so daß aus jenen diese Herechnet werden kann. Damit die Bewe-gung des Zeigers vom ersten Augenblick an, da die Stange erwärmt wird, erfolge,muß der Zeiger so weit zurück gedrehet werden, bis an allen Trillingen und Räderndie Zähne, welche einander bewegen sollen, einander berühren. Ueberdieß mußdieSkange so gelegt und das ganze Instrument so eingerichtet feyn, daßdieStangeallein erwärmt werde, damit nicht das Gestelle sich auch ausdchne, weil mansonst nur den Unterschied der Ausdehnung finden würde. Nlufchenbroek machtehiebey eine Vorrichtung, daß er fünf Lampenflammen unter der Stange anzündenkonnte. Aber statt de^> Oeles brannte er Weingeist. Die Flamme wird zwar et-was ungleicher und fackelnder als die vom Oek, sie sitzt aber wenig oder keinenRuß an. Mnschenbrock änderte die Einrichtung auch so, daß er die Stange insiedendem Wasser halten, und dennoch ihre Ausdehnung, mittelst des sich umdre-henden Zeigers beobachten konnte. Dadurch wurde er in Stand gesetzt zn bcstim-meu, wie viel Stangen von verschiedenen Metallen sich ansdehnen, wenn sie von»