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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
119
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Sechstes Hauptstück.

Von der Ausdehnung fester Körper durch die Wärme,

§. 214.

^^ie ersterwähnte geringe Ausdehnung fester Körper durch die Wärme ziehtmehrere Hindernisse nach sich, wenn man sie genau bestimmen will. Manmuß sie von großer länge nehmen, damit die durch die Wärme verursachte Ver-längerung merklich genug w rde, um sie messen zu können. Gebraucht man hiezueinen Maaßstab, so giebl es Muhe, wenn man vermeyden will, daß derselbe sichnicht selbst auch durch die Wärme ausdehnt, weil man sonst nur den Unterschiedder Ausdehnung finden würde. Dir/e-rc-c, welcher diese Schwierigkeit schon vor1688 eingesehen, schlug^daher andere Mittel, und zwar besonders die Pendul-schwingnngen vor. Diese richten sich allerdings nach der wahren Entfernung deSSchwungpuncces vom Aufhängepunct, und können leicht gezählt werde». Manhar aber auch zu besorgen, daß die Dauer der Schwingungen durch das Anreiben,durch den Widerstand und nicht immer gleiche Dichtigkeit der Luft verändert wird,und daß inan folglich die schlechthin nur von der Wärme herrührenve Veränderungerst nach Abzug dieser andern Hindernisse bestimmen kann. Alan hat deswegen lieberdie Frage umgekehrt, und die Ausdehnung der Pendutstangen durch die Wärme,mittelst anderer Versuche zu bestimmen gesucht, um sodann eine Anwendung da-von aufdie daherrührrnde Ungleichheiten im Gange derPendul-Uhren zu machen.

§. 2t 5.

Zu diesen Untersuchungen hat Richers Beobachtung in <7n/e/me Anlaßgegeben. Er fand daselbst 1672, daß fern von Paris mitgebrachtes Penbul täg-lich um 2.'. 28" zu langsam gierig, und er es um Linie verkürzen mußte, da-mit es Secnnden schlagen konnte. Man besorgte Anfangs, es möchte unterwegesetwas daran verrücket worden seyn. Daher wurde es mit aller Sorgfalt wiedernach Paris gebracht, und die Besorgniß fand sich unbegründet. Man suchtealso den Grund in der größern Wärme zu und etwa auch in der daselbst

dünner» Luft. Diese Ursachen konnten wohl etwas thun, und also war zu sehen,ob sie stark genug sind, um den Unterschied ganz hervor zu bringen. Nun hattePr ark gefunden, daß eine eiserne Stange, die in der Kälte des Winters r Fußlang war, sich am Feuer um ^ Linie, demnach um Theil verlängere.fand, daß eine eiserne Stange, die in der Winterkälte 6 Fuß laug war, im Som-«xer au der Sonne um Z- Linien, demnach um Theil länger geworden. New-