r 08 Einige Anmerkungen über die Gründe der Thermometerabtheilung.
als den unveränderlichsten Grad anzusehen habe. Ich finde nicht, daß dev Un-terschied merklich ist, bafern man ihn nicht mit Vorsah groß machet. Man kannihn aber groß machen, weil daß Wasser nicht augenblicklich friert, noch das Eisund der Schnee augenblicklich schmelzen, und weil überdies auch das Thermometerden Grad, den es erlangen soll, nicht augenblicklich annimmt. Man nehme z. E.in der größten Kalte Wasser, welches schon bis zum Frieren erkältet ist. Manwerfe zerstoßenes Eis oder Schnee hinein, der io, 12 und mehr ReaumurscheGrade kälter ist, so wird das Wasser eben nicht so gleich ganz frieren, und dochviel kälter seyn als es für den verlangten Frierpunct des Thermometers seyn sollte.Wiederum sehe man in ein Gefäßchen voll Wasser, welches eben frieren will, einThermometer, das unmittelbar aus einer warmen Stube kömmt, so wird manbey strenger Kälte das Frieren an der Oberfläche des Wassers anfangen sehen, dadas Thermometer erst uoch dem innern Wasser seinen Ueberschuß von Wärme mit?theilt. Ist das Gefäß groß, und man bringt es voll Wasser aus der warmenStube, so wird bey strenger Kälte dessen Oberfläche zustieren, während dem dieinnern Theile noch merklich mehr Wärme haben.
§. 189«
Will man demnach solche Ungewißheiten vermeyden,so thut man am besten,wenn man zu Len Versuchen die Kälte wählt, die gerade nur zum Frieren hinrei-chend ist. Man nehme Wasser, welches schon die zum Frieren erforderliche Kältehat. Man lasse ebenfalls das Thermometer erst diesen Grad annehmen, damites nicht in das Wasser eine Wärme oder Kälte hineinbringe, die es nicht habensoll. Es wird also gut seyn, wenn das Thermometer voraus schon unter Wassergestanden, Lessen Oberfläche gefroren ist. Je langsamer das Wasser friert, destosicherer geht der Versuch von statten. Daß man nicht viel Wasser nehmen muß,versieht sich von selbst, und eben so auch, daß das Wasser nicht gesalzen seynmüsse, weil gesalzen Wasser mehr Kälte zum Frieren erfordert als reines Wasser.
H. 190.
In Ansehung des andern Grades, nemlich des siedenden Wassers, hatFahrenheit eine Veränderlichkeit bemerkt, die von der Barometerhöhe abhängt.Man fand, daß, wenn das Barometer um 1 Zoll tiefer steht, daß siedende Was-ser um etwa 2 Fahrenheitschen Grade weniger Wärme hat. Um aber diesen ansich geringen Unterschied genauer zu bestimmen, wurden Barometer und Ther-mometer auf hohe Berge gebracht, wo das Barometer nm viele Zolle tiefersiund. In den iVlemoirc; c!e I'^cacl- cie ?Lris 1740. finde tch , daß Herr leMn/r/L--. zu Perpignan bey der Barometerhöhe von 2.8". 2'". und auf dem