74 Thermometer von Weingeist.
wollte. Ec glebt aber keine umständliche Versuche an. Und es ist sehr vermnrh-lich, daß seine Vergleichung sich nur auf die gewöhnlichen Krade der Witterungb ezogen habe, die sich eben nicht sehr weit erstrecken. Aus diesem Grunde hättei/e unbesorgt seyn können, und gar nicht nöthig gehabt, an dem Anroncon-schen Thermometer alle nur ersinnliche Unvollkommenheiten auszusuchen, damit esje nicht seinem Quccksilberthermometer den Rang streitig mache. Dieses wirddurch den Tadel von jenem um nichts besser. Es bleibt vor wie nach was es ist.Amoncons giebt seine Beobachtungen zuweilen nur in ganzen und halben Zollenau, und scheint eben daher sich begnügt zu haben, daß seine Schlüsse, im Ganzenbetrachtet, mit der Erfahrung übereinstimmen. Dieses wollte er eigentlich wistsen. Vey längerm Leben würde er sich wohl auch um die genauere Bestimmun.'gen mehr umgesehen haben. So war d.ie erste Waage wohl nicht die feinste Gold-waage. Genug, daß die Erfindung einmal da war. Ans Verfeinern läßt sichdann schon auch denken.
§. IZ5.
Um nun eigentlich zu sehen, was es mit der Ausdehnung der Luft unddes Weingeistes für eine Bewanvtniß habe, zog ich längst schon die mit den oben(§.69.90.) erwähnten Luftrhermometern 1751 gemachten Beobachtungen her-vor, weil ich sie Jahre lang zugleich mit dem Weingeistthermometer und Baro-meter ausgezeichnet hatte. Es waren bloß Wetterbeobachtungen, und bliebeneben daher in engern Schranken. Da ich aber aus Beobachtungen von mehrcrnTagen das Mittel nehmen konnte, wodurch die kleinern Ungleichheiten gehobenwurden, so fand ich in der That, daß die Ausdehnung der Luft mir der vonden, Werngeiste nicht zu gleichen Schritten geht. Denn nach dem Mittelans allen Beobachtungen trafen folgende Grade zusammen:
Weingeist- Lustthermo-thermome- meter-
ter.
0 IOO0
1059
Zv
n 10