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Thermometer von Weingeist.
muß immer an und für sich betrachtet werden. Und so hätte Lr-o in einem4mal kleinern Werke 4ms! mehr sagen können als er wirklich gesagt hat. Ich ver-siehe, daß das Gesagte nicht nach den Worten, sondern nach den Gedanken müssegemessen werden.
§. 128.
Der Umstand, daß wenn entweder q oder v nach gleichen Unterschiedenanwächsi, sodann nicht die zweyten Differenzen von v, sondern die von g bestän-dig bleiben, und nicht die erste, sondern die zweyte Formel des i rz. §. gebrauchtwerden muß, dieser Umstand, sage ich, scheint etwas auf sich zu haben. /cka--und Srrohmayer geben dem Weingeist«, in Absicht auf dieGleichförmigkeit des Ganges, den Vorzug, und theilen eben daher die Weingeist-thermomeker in gleiche, hingegen die Quecksilberthermometer in ungleiche Theile,weil sie glauben, daß sie auf diese Art die Grade der Wärme selbst besser auSdrü-cken. Ich habe aber bereits (§. 98.108.) angemerkt, daß der gezwungeneZustand des eingeschlossenen Weingeistes dieses nicht gestattet. Duselbst fand, daß der Gang des Leinöles fast eben so viel als der Gang des Queck-silbers von dem'Gange des Weingeistes abweicht. Also müßte der Weingeist,der doch so leicht anfängt zu sieden, das will sagen, in einen gewaltsamen Zustandzu kommen, etwas ganz eigenes haben, wenn er eingeschkossen, feine Ausdehnunggenau nach den Graden der Warme proporlionireu sollte.
§. 129.
Die Zahlen der zweyten Columne sind die eigentliche Grade von meinenWeingeistthermometern. Ich sähe sie gewissermaaßen als Reaumnrsche Gradean, und sie sind es, in so fern sie in der Nähe des FrierpunctS mit einem Reau-mürschen Quecksilberthermometer (§. uz) übereinstimmen. - Indessen wünschteich doch zu wissen, was allenfalls Reaumur selbst dazu sagen würde, wenn ernoch lebte und noch eben so dächte, wie Anfangs, Nun hatte Reaumnr denAbt sollet in seiner Kunst Thermometer zu machen, unterrichtet. Er erhielt auchvon Mustenbrock jährlich thermometrische Beobachtungen, die aber mit einemFahrenheitschen Quecksilberthermometer angestellt worden. Dieses veranlaßteihn, den Gang des Fabrenheitschen mit dem Gang des seinigen durch den AbtNollet vergleichen zu lassen, cie I'^caci. cie ?sri5 17Z9.) Dieser fand:
daß in der Gegend des Frierpnncts io Reaumürsthe Grade von Wein-geist 20S Graden des Fahrenheitschen Thermometers von (Quecksilbergleich sind. Es wird übrigens nicht angegeben, wie diese Vergleichung ange-stellt worden, ob Nollet ein Fahrenheitsches Thermometer aus Holland habekommen lassen, oder ob er selbst eines verfertigt habe. Reaumnr bediente sich