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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
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64 Thermometer von Weingeist.

rade dadurch desto unempfindlicher und langsamer in ihrem Gange. Er wählteden Grad des frierenden Wassers oder schmelzenden Eises, und den vom siedendenWasser zum Grunde der Einrheilung, und da er fand, daß sein Weingeist sichwie iooc> zu io8c> ausdehnte, so theilte er auch den Zwischenraum in 8oTheile,

§. H7.

Dieses schien alles ganz gut ausgedacht zu seyn, und viele, die lieber demHerrn von Reaumur eine Höflichkeit erweisen als die Sache selbst untersuchenwollten, fanden seine zwo Abhandlungen hierüber vortreflich. Indessen warennicht alle so leichtgläubig. Ein auf die Pariser Sternwarte, neben das alteLaHirische gesetzte Thermometer, wurde nach einigen Jahren gegen ein anderes,

, das besser gerathen seyn sollte, umgetauscht. Man hörte nach und nach von ganzunglaublichen Graden der Wärme sprechen, die in verschiedenen Weittheilen mitdem Reaumurschen Thermometer beobachtet worden. Die Vergleichung dessel-ben mit Quecksilber-Thermometern wollte auch nicht von statten gehen. Ueber-dies trat auch bald cku auf, und beschuldigte dasReaumur-

sche Thermometer, daß daran die zum Grunde gelegte Grade gar nicht getroffenworden, und besonders, daß sein Grad des siedenden Wassers nichts wenigersals das, sondern nur der Grad des siedeneu mittelmäßigen Weingeistes sey.LHarrine in seinen Abhandlungen über die Thermometer und Grade der Wärmeführte ähnliche Klägden, und erhielt den Beyfall des Herrn von Mairan. End-lich hat auch ganz neulich Herr -ie sich in seinen iVIociiticsrjon; 6s i'^cmu-h>ks, e über dem Reaumurschen Thermometer sehr lange aufgehalten, und dieMühe genommen, ein Thermometer zu verfertigen, welches nach RcaumursVorschrift eingetheilt war, um dessen Fehler noch mehr anfzudecken. Aus allemergab sichs, daß was Reaumur für 8c> Grade ausgab, an seinen Thermometernin der That 90, ioo bis no Grade austrug, und daß sie nichts weniger alsübereinstimmend waren.

§. n8.

ckll 6/rLL T- erhielt endlich den Grad des siedenden Wassersbey den Weingeistthermometern dadurch, daß er die Röhre oben zuschmelzre, eheer sie ins siedende Wasser setzte. Vielleicht wußte er nach Anleitung des Papi-nischen Biedecopfes, daß eingeschlossen Wasser einer größern Wärme und Aus-dehnung fähig ist, und so konnte er schließen, daß auch der Weingeist im Ther-mometer ganz eingeschlossen werden müsse, wenn er die Hitze des siedenden Was-sers aushalten soll. Der Erfolg bestätigte seine Vermnthung, und so war ernun darauf bedacht, den Gang seines Thermometers mit dem von Leinöl und

Liueck-