Druckschrift 
Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

Fahre,rheitö Thermometer. Or

bes. Den Zwischenraum theilte er Anfangs in 180 gleiche Theile, von denener 90 aufwärts, und eben so viele unterwärts zählte, vielleicht auch noch obenund unten zu etwa ro Graden Raum ließ, um roo Grade der Wärme, und ebenso viele Grade der Kälte zu haben. Dieses ist die Eintheilung des vohin (§. 97)erwähnten Thermometers zu Danzig. Solche verfertigte Fahrenheit noch imJahr 1712, da er zu Berlin war, und er theilte eines der damaligen König!.Societät der Wissenschaften mit, welches schon lange nicht mehr vorräkhig ist.Nach dem, was (Arifchov im 6ten Bande der ^lilcell. öerolin. etzählt, hat da-mals ein junger Mathematiker Bärnsdorf etwas von Fahrenheics Einrichtungs-art erfahren. Fahrenheit änderte hierauf seine Stuffenleiter, und gab seinenThermometern eine geschmeidigere Größe.

H. H2.

Diese geänderte Stuffenleiter ist nun die, welche Wolf an seinen Ther-mometern vorfand. Anstatt der -.mal 90 Grade zählte nun Fahrenheit nur 24,und zwar in einem fort von unten herauf. Und da diese Theile noch merklich großwaren, so bemerkte er bey jedem noch die Viertheltheile. Endlich mag ihmBoer-have angerathen haben, diese Viertel als ganze anzusehen, und damit 96 Gradezwischen dem Froste des gesalzenen Eises und der Wärme des Leibes anzusehen, zu-gleich aber auch anstatt des Weingeistes Quecksilber zu gebrauchen und für beson-dere chymische Versuche die Stuffenleitern bis zur Hihe des fiedendenQuecksilberSzurr, eitern, welches ungefähr beym 6ooten dieser Grade eintraf.

§. uz.

Bey dieser letzten Eintheilung ist nun Fahrenheit geblieben, und sie istnoch dermalen lange nach seinem Tode üblich. Boerhave und Mussenbroeckgebrauchen sie durchaus, und überdies hat man eine Menge von Beobachtungen,die in Fahr enheitifchen Graden angegeben sind. Man versteht auch gewöhnlich,daß diese Thermometer mit Quecksilber gefüllt sind. Denn Fahrenheit hatte dieHoffnung, sie mit denen von Weingeiste gefüllten gleichstimmend zu machen, ganzaufgegeben, (§. 98.) und nach ihm blieben Prinz zu Amsterdam und andereKünstler dabey. Laß sie Quecksilber gebrauchten. Uebrigens fanden schon Boer-have und Fahrenheit dienlicher, den Grad des frieruiden und des siedendenWassers zum Grunde zu legen. Sie behielten aber, um die Sprache nicht zuverwirren, die Eintheilung bey, und so setzten sie de» Punct des frierenden Was-sers auf den .aasten, und den vom siedenden auf den 2 raten, jedoch diesen letztemdergestalt, daß sie bey veränderter Barometerhöhe etwas vor- und nachgaben.Martine fand den Grad des zu schmelzen anfangenden oder stockenden Wachses