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Newtons Thermometer von Leinöl.
§. 127.
Altem Ansehen nach hat der Umstand, daß Newton diese Grade derWärme nicht unter seinem Namen bekannt gemacht, dem Amonrons Anlaß ge-geben, diesen ungenannten desto dreister anzugreifrn, und an den Beobachtun-gen so viel möglich und mehr als es seyn sollte, zu tadeln, und Erfahrungen gegenErfahrungen zu sehen. Newton hatte es mit Lautesten zu arg gemacht, undLautes war damals zu Paris, was Aristoteles bey den Scholastikern war. Dazukam nun noch, daß der beständige Grad der Wärme des siedenden Wassers, denAinontons im Jahr 1702 als seine Erfindung und als ganz neu ausgab, inEngland nicht mehr ireu war. (§. io;. 10z. 34.) Anrontons konnte übrigensgar wohl von ältern Bemerkungen nichts gewußt haben. Und sein Thermome-ter war ein solcher Anlaß zu Versuchen, den Ainontons nicht wohl ungenütztkonnte hingehen lassen. Er konnte demnach allerdings mit seinem Thermometerden Versuch von der Wärme des siedenden Wassers vornehmen, von dem man da-mals glaubte, daß er mit den Florentinischen Thermometern von Weingeist nichtvorgenommen werden konnte, weil der Weingeist eher siedet, als Wasser.
§. 128.
Newton wurde also ersilich getadelt, daß er Len 0 Grad der N)äumebeym frierenden Wasser zu finden glaubte, und von da an, die übrige Gradezählte. Dieser Tadel wollte aber eigentlich nichts mehr sagen, als daß Newtonden Grad der absoluten Kälte nicht bestimmt hat. Denn übrigens spricht Newtonallerdings von Gnaden der Aälce so, daß er diese von dem 0 Grad seines Ther-mometers unterwärts zählt. In dieser Absicht läuft demnach der Tadel auf einenWortstreit hinaus. Newton nennte nur das warm, was wir als warm em-pfinden. Ainontons hingegen nannte warm alles, was noch kälter werdenkonnte. Hierinn gieng demnach Amontons weiter, und mit gutem Erfolge.
§. 109.
Ainontons hält sich ferner sehr dabey auf, daß seiue Versuche und Be-obachtungen über die Frühlings-' und Sommerwärme und über die Warme deSLeibes von den Newtonschcn abgehen. Er konnte sich immer begnügen zu sa-gen, daß diese Grade nicht immer gleich sind: Newton selbst giebt mehrere an.Er seht Winterkälte auf 0, i, 2, Frühlings- und Herbstwetter auf 2, z, 4, Som-merwärme auf 4, 6. Und da er vom frierenden zum siedenden Wasser nur
Z4 Grade zählet, so sieht man, daß seine Grade sehr groß sind, und daß New-ton sie nur überhaupt angiebt. Newton begnügte sich ferner, nicht nur den