Druckschrift 
Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

ro Von der Ausdehnung'anderer Materien durch die Warme.

Quecksilber einige Versuche anstellte. Er fand, daß das Quecksilber im sieden-den Wasser sich um Theil ausbreitete, und dieses gab ihm Anlaß, die Hitzedes siedenden Wassers als einen bestimmten Grad anzusehen, und ihn zur Ein-theilung der Thermometer in Vorschlag zu bringen. Indessen ist dieser Theildadurch unbestimmt, daß Halley den Grad der Kälte nicht angegeben, von wel-chem die Zahlung muß angefangen werden. Eben dieses machte auch seine Be-stimmung von der Ausdehnung der Luft und des Weingeistes unbrauchbar.

35 »

Der Saß, daß die Körper in der Wärme ausgedehnt werden, und sichin der Kälte zusammenziehen, leidet in einigen Fällen eine beträchtliche Einschrän-kung , und besonders wenn flüßige Materien anfangen zu frieren. Das Eis istje nachdem es schneller oder langsamer frieret, ^ leichter als das Wasser.ES entstehen aber viele Luftblasen darinn, die dazu beytragen, daß sie den Raumvergrößern. Auch legen sich die frierenden Wassertheilen in eine eigene drey undftchseckichte Lage, wie man es am Rande der Gefäße sieht, in welchen das Was-ser anfängt zu gefrieren, und eben so sieht man es am Schnee als an gefrornenWassertropfen. Aehnliche Blasen kommen auch in gegossenem Eisen zum Vor-schein, und machen es leichter als das geschmiedete, zumal da Key diesem vieleirdische und glasartige Theile in Form von Schlacken abgehen. Das Holz hatimmer auch Feuchtigkeit in sich, welche sich, wenn das Holz in der Kälte liegt,so wie das Eis ausdehnen. Man sieht ohne Mühe, daß solche Umstände derausdehnenden Kraft der Wärme Hindernisse in Weg legen, die Kraft selbst bleibtaber deswegen nicht weniger wirklich.