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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
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Von der Ausdehnung der Luft durch die Warme. i5

sindung, die man in einigen Stunden machen und zu Stande bringen kann. Esgehört Zeit dazu. Und damit läßt sich die Epoche ganz wohl vor das Jahr l 6oz,das will lagen vor das z r te Lebensjahr Drebbels sehen. Man schreibt die Erfin-dung des Drebbelschen Thermometers auch einigen Italienern, dem Galilei nnvselbst auch dem in der Staaksgeschichte berühmten Fra Paolo Sarpi zu; undSanctorio giebt sich selbst auch für den Erfinder aus. In Ansehung des FraPaolo ist es vermuthlich, daß er durch seinen Briefwechsel zuerst Nachricht vonder Erfindung erhalten, und daß sie durch ihn in Italien bekannt geworden. DemGalilei wird sie nur von Viviani seinem Lehrlinge und größten Verehrer zuge-fchrieben. Vielleicht mag Galilei Verbesserungen an der Erfindung gemacht ha-ben. Und eben dieses mag auch in Absicht auf den Ganctorius statt finden.Denn es ist bekannt genug, daß Drebbels Thermometer so ganz nicht das war,was es seyn sollte, ungeachtet Drebbel den Grund davon gut zu gebrauchen wußte»Robert Fludd, welcher unter allen am meisten Wesens daraus machte, undnicht wie Drebbel, mechanische Kunststücke, sondern Geheimnisse dahinter fand,giebt vor, er habe die Erfindung in einem wenigstens 500 Jahr alten Manuskriptegefunden. Das mag seyn. Nur mußte auch bewiesen werden, ob Drebbel dasManuskript gesehen habe oder nicht. An sich könnte die Erfindung sehr alt seyn,so wie es die Dampfkugeln sind, die schon Vitruv als sehr bekannt und zum An-blasen des Feuers gebräuchlich anführt und beschreibt» Daß Schweins- undanderer Thiere Blasen und so auch die Fischblasen in der Wärme sich ausdehnen,beym Feuer mit Knallen zerplatzen, daß eben dieses auch bey Castanien geschieht,wenn man sie unaufgeschninen ins Feuer legt, das sind allem Vermachen nach eben-falls längst bekannte Dinge. Indessen ist von da an bis zum DrebbelscHen Ther-mometer ein Schritt zu lhun, der nicht sogleich wirklich gethan worden, als mauihn hätte thun können.

§. 26.

Wie Drebbels Thermometer mag ausgesehen haben, ist mir unbekannt.Vermuthlich' war es eine g!äi-rne Kugel mit einem langen Halse. Durch dieWärme der Hand dehnt sich die Luft ii, der Kugel aus, und wird zum Theil her-aus getrieben. Wird dann die Röhre im Wasser gestellt, nnd die Hand von derKugel weggezogen, so steigt das Wasser in die Röhre bis ans eine gewisse Hope,nnd bleibt so, bis die Wärme der äußern Lust sich ändert. Diese Einrichtung istdie einfachste von allen und vermuthlich die erste. Man fand bald, daß gefärbtesWasser, rocher Wein, Scheidwasser, womit Kupserplatten g-ätze: worden, undwelches dadurch eine grüne Farbe erhalten, gefärbter Vramewein oder Weingeistsichtbarer war, und statt des klaren Wassers mit Vorcheil gebrancht werden konn-te. Man fand eben so, daß es viel auf die Verhälr von der Weite der Kugel«nd der Röhre ankomme, wenn das Werkzeug empfindlich seyn sollte. Anstatt