Druckschrift 
2,1 (1823)
Entstehung
Seite
315
Einzelbild herunterladen
 

315

wendige Bedingung zur Muskelthätigkeit, erfordert,so ist dennoch das Eigentümliche derselben soauffallend, dafs man sehr Unrecht haben würde,wenn man sie mit Zurücksetzung des Muskels alsblofse Nervenwirkung ansehen wollte, vorzüglich dader Nerve mit keinem andern Theile so etwashervorzubringen vermag. Haller hatte auch daherdas gröfste Recht, wenn er die Irritabilität nichtin Glissons Sinn, dem sie mehr eine allgemeineErregbarkeit war, sondern als Muskelreizbarkeit,als besondere Kraft (vis insita) aufstellte.

Wenn dagegen Haller, und andere berühmteMänner, den Nerveneinflufs hierbei nicht hoch ge-nug anschlugen, so irrten sie vorzüglich, weil siedas so sehr thätige Herz mit wenigen oder garkeinen Nerven versehen glaubten: doch war ihrIrrthum wenigstens eben so verzeihlich, als der sovielei andern Anatomen, welche in dem Verlaufder Eerznerven und in dem der übrigen Muskel-nerven keinen Unterschied zugeben wollten.

Betrachten wir aber das Armgeflecht, oder dieNerveageHechte für die untern Gliedmassen, so istdarin gar keine Aehnlichkeit mit dem Herzgeflecht,sondern dieses verhält sich offenbar, wie die Bauch-geflecite des sympathischen Nerven. Betrachten wirferner alle nicht hohle Muskeln, so sehen wir beieinem jeden derselben die Nerven, wenn auch zu-erst mit den Geiäfsen eintreten, doch bald hernachdieselben verlassen und nur die Muskelbündel um-schlingen. Bei dem Herzen hingegen bleiben die