wärtig herrscht unter den Physiologen über diesenGegenstand nur selten Widerspruch. Man hat ei-i nerseits die Eigentümlichkeit der Systeme schärferaufgefafst, und wirft z. B. nicht mehr die Arterien-fasern mit den Muskelfasern zusammen; andererseitsaber verkennt man nicht so sehr, wie ehemals, dasallgemeine Band des Lebens, und liebt es daherauch nicht, die einzelnen Kräfte zu isoliren.
Es giebt keinen einzigen Muskel irgend einesWirbelthiers, und selbst der mehrsten wirbellosenThiere, z. B. aller Insecten, Mollusken, Annelidenu. s. w., der nicht mit Nerven versehen wäre, sowie auch die neueren Erfahrungen gezeigt haben,dafs jeder Muskel (wenigstens aller Wirbeltiere),dessen Kraft nicht gänzlich erloschen ist, und na-mentlich auch das Herz, durch Reizung seiner Ner-ven, und zwar vorzüglich durch die galvanische, zuZusammenziehungen gebracht werden kann. Es istauch kein Widerspruch, wenn ein biosgelegter Mus-kel mit Erfolg galvanisirt wird, dessen Nerven nicht•besonders armirt sind, denn es zweifelt Niemandmehr daran, dafs dessen ungeachtet Nerven genugzum Versuch kommen, da sie in dem Muskel über-all auf das feinste sich ausbreiten. Ja selbst in denabgeschnittenen, noch so kleinen Muskelstückchen,welche man zucken sieht, darf man überall dasVorhandenseyn der Nervensubstanz mit Sicherheitvoraussetzen.
Wird aber dem gemäfs überall ein Gegensatz
zwischen dem Muskel und dem Nerven, als not-