Druckschrift 
2,1 (1823)
Entstehung
Seite
138
Einzelbild herunterladen
 

138

allein bei den Cephalopoden ein Gehörorgan, dasin einer Hervorragung des Kopfknorpels, an deruntern Seite desselben, eingeschlossen ist, und einBläschen enthält, zu dem der Gehörnerve geht, undin welchem nach Scarpa (Anat. Disquis. de audituet olfactu p. 6.) bei dem Dintenfisch ein hartesKnochenstück, bei dem Polypen hingegen ein krei-denartiges Körperchen befindlich ist.

Aura. 1. Otto hat die Güte gehabt, mir nicht hlos dieZeichnungen, sondern auch ein Präparat vom Gehörorgan desseltenen Fisches mitzutheilen, den er im Jahre 1818 untersuchte,also ohne Webers schätzbare Beobachtungen zu kennen.Risso (Ichthyologie de Nice p. 199-) hat die Oeffnung ge-sehen, allein nicht erkannt, denn er nennt die obere Oeffnungdes Gehörgangs une Sorte d'e'vent. Dazu konnte er vielleichtdurch die Analogie des Bichir (Polypterus niloticus) gekommenseyn, dessen obere Kiemenöffnung Geoffroy (Atin. du Mus. I,p. 62-) sehr richtig beschrieben hat.. Sonderbar ist es, dafs der«o verwandte Lepidoleprus coelorhynchus jene äufsere Oeffnungnicht besitzt,

Anm. 2- Huschke (Isis 1822. 8- H. S. 889-) hält dis

von W eher entdeckten Gehörknöchelchen für Wirbelfortsätze,welches mir sehr gezwungen scheint, da wir für solche accesso-rische Wirbeltheile, die zu anderen Organen gehen, nirgendsein Beispiel finden, und wir hingegen eine andere Lage derGehörknöchelchen bei den Fischen, wo sie beobachtet sind,wogen der Verbindung des Gehörorgans mit der Schwimm-blase sehr leicht erklärlich finden, so wie diese offenbar hier ineiner Analogie zur Eustachischen Röhre erscheint. Die gröfstsWillkühr aber war es, wenn Geoffroy und Andere, wie dennauch die schlechteste Hypothese Anhänger findet, den Kiemen-deckel aus den Gehörknöchelchen zusammengesetzt annahmen.