keinen Tastsinn hatte, und doch war es völliggebildet. Ich konnte mir dies selbst denken, wennein Kind bei einem solchen Mangel auch nochblind wäre.
Jene beiden Sinne, des Gesichts und Gehörs,haben auch noch den grofsen Vorzug, dafs wir, wassie uns geben, willkührlich uns zurückrufen können,so wie es sich uns auch im Traum wieder dar-stellt.
Der Geruch und Geschmack sind mehr dieSinne des reproductiven Systems, und wenn sienicht verkünstelt und verderbt werden, sehr treueWächter; vorzüglich der Geruch, dessen Einflufs somächtig ist, dafs der Mensch durch ihn aus demScheintode in das Leben zurückgerufen werdenkann, so wie auch umgekehrt seine zu starke Rei-zung zu tödten vermag.
Der Tastsinn hat, bei Sehenden wenigstens,nach meiner Erfahrung vor jenen Sinnen keinenVorzug, und alles, was sich auf ihn bezieht, z. B.das Umfassen einer Kugel oder eines Würfels, dasBegreifen einer rauhen oder glatten Fläche, erscheintmir nur als Gesichtsvorstellung. Dagegen sprichtfreilich Zeune in einem Brief an mich, erwähntauch solcher Tastungs-Erinnerungen in seinem Be-lisar (S. 27. 29.), allein ich kann es mir nichtdenken. Denn , dafs ich etwas Getastetes wiedererkenne, macht so wenig aus, als dafs ich einePiose, ein Veilchen am Geruch wieder erkenne: esfragt sich, ob daraus sich etwas bildet, das für sich