bedeutend seyn, denn die Nervenwirkung fängt erst nach einemoft sehr lästigen, brennenden Gefühl wieder an, dem sogenanntenAmeisenkriechen (formicatio, myrmecismus), das sich auchgewöhnlich einfindet, wenn eine Lähmung (Paralysis) aufhört.Das Absterben kommt nur bei wenigen Personen vor undwirkt vorzüglich auf die Blutgefäfse hemmend, so dafs das Glied,z. B. der Finger kalt und blafs wird, und nicht blutet, wennman hineinschneidet; allmälicli aber, ohne alle schmerzhafteEmpfindung, kehrt Röthe und Warme zurück. §. 190- Anm. 1,Es mag liier wohl eine Isolation der Nerven solcher Theile stattfinden, und es ist leicht möglich, dafs es auch innere Organetreffen und so tödtlich werden kann. Vergl. Reil Ueber dasAbsterben einzelner Glieder, besonders der Finger. In s. ArchivB. VIII. S. 59 — CG.
§• 272 .
Ein Gefühl erregt sehr leicht ein Anderes, so-wohl in dem gesunden, als vorzüglich im krankenZustande, daher man auch häufiger von einer Mit-leidenschaft (Sympathia) als von einer Mit.em-pfindung (Consensus) spricht, obgleich man beidesals gleichbedeutend gebraucht.
Zarte, empfindliche Personen, vorzüglich Weiberund Kinder, bieten fast in einer jeden Krankheiteine Menge Beispiele davon dar; bei jenen ist auchschon die Schwangerschaft hinreichend, lim ein Heervon Mitempfmdungen zu erwecken, und es ist fastkein Theil des Körpers, der nicht in irgend einerArt sich dabei verändert zeigen könnte, - so dafs wirsie oft über Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Ohren-sausen, Schwindel, Ekel, Krämpfe, Hautausschlägeu. s. w. zugleich klagen hören.