Druckschrift 
2,1 (1823)
Entstehung
Seite
60
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Schmerz viel zu grofs angegeben* umgekehrt findetzuweilen ein abgestumpftes Gefühl (torpor) odereine Gefühllosigkeit (anaesthesia) statt, vorzüglichbei Lähmungen oder bei dem kalten Brande.

Oft ist das Gefühl des Kranken über die Artdes Schmerzes sehr bestimmt und richtig, wie z. B.bei klopfenden, drückenden Schmerzen,* öfters wirdaber auch etwas empfunden, das in der Art garnicht da seyn kann, wie z. B. der bohrende Schmerzam Brustbein bei verdorbenem Magen, die Empfin-dung des Brennens bei Säure (Sodbrennen), oderder stechende Schmerz bei Entzündungen, wo aberdie Analogie das Bild hergiebt. Das erklärt auchvielleicht andere täuschende Gefühle, wie z. B. dieHitze des ganzen Körpers ohne Temperaturerhöhung.Etwas ganz Aehnliches findet sich ja auch bei denSinnesempfindungen, als z. B. des Lichts, wenn dasAuge gedrückt wird, des Ohrensausens u. s. w.

Den Ort, wo wir etwas empfinden, erfahrenwir nirgends aus dem blofsen Gefühl selbst, undwenn man nur bei innern Theilen des Körpers dar-über ungewifs zu seyn glaubt, so ist dies ein Irrthum,der aber leicht erklärlich ist. Wenn wir irgendwoim Gesicht einen Sfchmerz fühlen, so nehmen wirden tastenden Finger zu Hülfe und treten nochwohl überdies vor den Spiegel, um völlige Gewifs-lieit darüber zu erhalten. Andere Theile sehen würohne Weiteres, oder betasten sie gleich, ohne esvielleicht zu wissen, dafs wir es gethan haben.Wenn wir unsere Hände auf den Rücken legen,