Druckschrift 
2,1 (1823)
Entstehung
Seite
23
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§. 257.

Das Gehirn ist während des Lebens in steterBewegung. Gewöhnlich erkennt man nur einesolche, die von den Bewegungen der Arterien beidem Pulse abhängig, und mit diesem gleichzeitigist; ja ich habe bei Erwachsenen, wo nach Bein-fiafs des Schedels bald gröfsere, bald kleinere Theiledes Gehirns entblüfst lagen, dieselbe öfters und nieeine andere bemerkt.

Aufserdem aber findet noch eine zweite Bewe-gung statt, die ich jedoch blos einmal bei einemHemicephalus, welcher sechszehn Stunden lebte, indem kleinen Ueberrest seines Gehirns gesehen habe.Diese hängt von dem Anschwellen der Venen beidem Ausathmen ab, und bei jener Misgeburt, wodas Athemholen sehr selten und mühsam war, sahman, wenn es statt fand, sehr deutlich das An-schwellen der Queerblutleiter. Es fragt sich also,ob diese Bewegung stets, oder nur dann statt findet,wenn das Athemholen gewaltsam geschieht, wohinauch die Fälle gehören, die Ravina von Menschenangiebt.

In dem Rückenmark ist die nämliche BewegungVon Portal (Anatomie medicale T. 4. p. 66-) heieinem Kinde bemerkt, das in geringer Entfernungvom Schedel eine Spina bifida hatte, auch bei jun-gen Hunden und Katzen. Am untern Theil desRückenmarks sah er sie nicht bei diesen Thieren,auch nicht, wenn daselbst der Riickgrath getheiltwar. Magendie hingegen hat sie bei verschiedenen