keit dargestellt und in so kurzer Zeit so sehr befördert haben.Reil hätte bei längerem Leben noch sehr viel darin geleistet,denn er untersuchte diesen Gegenstand bis an seinen zu frühenTod mit dem gröbsten Eifer. Ich verkenne gewifs nicht dieVerdienste ihrer Vorgänger, namentlich eines Soemmerringund Vicq d’Azyr, um die Anatomie des Gehirns, allein sierichteten ihre Untersuchung nicht eigentlich hierauf. Reilschlug den Weg ein, der allein zum Ziel führen konnte; erliefs nämlich, wenn er irgendwo gewisse Fasern in einemmenschlichen Gehirn besonders entwickelt sah, diese in Wachsbossiren, und trug sie hernach auf ein ideales Gehirn ein, sodafs er den Verlauf der Fasern schon sehr weit verfolgt hatte.Das in Wachs bossirte Gehirn, welches aus allen einzelnenPräparaten entstanden war, besitzt nun unser anatomischesMuseum als ein höchst schätzbares Denkmal seiner unermüdetenThätigkeit.
Ich bin übrigens weit entfernt zu glauben, dafs jemals einMensch mit einem solchen Gehirn existiren wird, worin allesgleich entwickelt wäre. 'Jeder von uns hat gewisse Partliieengemeinschaftlich ausgebildet, deren Faserung man auch daherbei jeder Seclion erblickt; die Entwickelungen anderer Parthieenund deren Modificationen hingegen machen vielleicht alle dieindividuellen Gehirne, und die davon abhängigen Fähigkeitenund Anlagen. Ich möchte auch keineswegs Treviranus(Biologie V. 324-) beistimmen, der neben den Hirnfasern allet-halben Massen anuimmt, die theils aus Platten bestehen, tlieilsweder blätterig noch faserig, seyn sollen; unter gehörigen Üm-ständen, würde man die Fasern darin gewifs erblicken.
Anm. 2. Wer die Wichtigkeit der Faserungen, oder dieseselbst verkennt, und das Gehirn mehr für eine breiartige Massehält, verliert den interessantesten Theil der Hirnanatomie, wirdauch schwerlich im Stande seyn, sich die grofsen Nachtheile von,Erschütterungen und von Druck auf das Gehirn zu erklären.
Es gehen aber auch die zu weit, welche tjur das Studiumder Faserung gelten lassen wollen, und auf andere Zerglie-