was ich gern zugebe, so hat Co las doch bestimmt Unrecht,wenn er die Lungen der Vögel selbst so grofs hält, als die derSäugthieret ich mag auf das Verhältnifs derselben zum Körperüberhaupt, oder zu der Brust allein sehen, so sind die Lungender Vögel durchaus kleiner zu nennen. — Mit Recht kann manwohl das Athemholen der Vögel während des Fluges oft al9sehr gestöhrt ansehen, da hilft wohl der übrige Luft haltendeApparat aus.
Wenn einige den Vögeln ein Zwerchfell zuschreiben wolrlen, so scheint mir das mehr ein Wortstreit, da die kleinenMuskeln allgemein bekannt sind, welche von Einigen dafür ge-nommen werden, die auch allerdings auf die über die Lungengehende Pleura wirken können, allein doch nirgends die Brustvon der Bauchböle trennen, so dafs die Luft sogleich in dieLungen und die Luftsäcke des Bauchs tritt, also zwischen denRäumen dieser beiden Holen kein VYechsej eintritt, wie beiden Säugthiern.
Indem nun aber durch die Erweiterung der Brust und dieEinwirkung jener kleinen Muskeln die Lungen selbst erweitertwerden, strömt die Luft in die Lungen, und durch diese in dieLuftzellen und Luftknochen, Dadurch wird aber wohl die indiesen enthaltene und durch den noch so kurzen Aufenthaltdarin erwärmte und mithin verdünnte Luft, wenigstens zumTheil verdrängt, und mit der übrigen Luft ausgeathmet. Aufeine andere Art können wir uns wenigstens schwerlich erklären,wie die Luft in den Knochen erneut wird.
Eine reiche Litteratur über das Athmen der Vögel findetsich in Tiedemann’s trefflicher Zoologie. Hinzuzufügen habeich noch: Lehmann Fuld De organis quibus aves spiritumducunt. Wirceb. 1826. 4- mit ill. Abbild, und Colas Essai surl’organisation du poumon des oiseaux. Im Journal complemen-taire T. 23- p. 97 — 108- und p. 289 — 302.
Wir hatten schon früher von Nitzscli sehr schöne Unter-suchungen über die pneumatischen Knochen der Vögel in seinenOsteographischen Beiträgen zur Naturgeschichte der Vögel (Lpz.