290
Senac und Andere, glaubt zwar, dafs nie alles Blutaus den Kammern oder Vorkammern herausgeprefstwerde, giebt aber doch die Sache als sehr verschie-den an, nach Maafsgabe der Kraft des Herzens,der Leichtigkeit des Durchgangs u. s. w. Ich solltedenken, es mtifste doch ungefähr wenigstens einenNormalzustand geben, und den kann ich mir nurmit völliger Zusammenziehung und Entleerung den-- ken, womit auch Haller (I. p. 397-) übereinstimmt.Bei Amphibien habe ich völlige Entleerung gese-hen, wie Haller; auch bei Fischen, wenn ich nichtirre; bei den warmblütigen Thieren ist wegen derDicke der Wände schwerer darüber zu urtheilen,und bei den Qualen, denen diese Thiere bei Vivi-( seetionen unterworfen werden, entsteht leicht eineUnregelmäfsigkeit der Bewegungen.
Anm. 1- Man hat zuweilen Verknöcherungen in und andem Herzen gefunden, die seine Zusammenziehungen bedeutendeinschränken mufsten, wobei man aber nicht vergessen mufs,dafs sie sehr allmälig eintraten, und dafs mit ihrer zu starkenUeberliandnahme der Tod gesetzt war. Wir haben auf demanatomischen Museum das Herz eines Mannes, der lange anBeängstigungen sehr gelitten hatte, und wo die Oberfläche derKammern mit einer dünnen sehr zerbrechlichen Knoclienschaleiricrustirt ist; das Herz ist gröfser, als gewöhnlich, aber die Be-wegung konnte nur erschwert gewesen seyn; in einem andernHerzen, das dem Museum ringesandt worden ist, sind sehrgrofse Knochehmassen, allein das Ganze ist so beschaffen, dafs ichnichts heurtheilen kann, und leider geschieht es nur zu oft, dafsTheile bei der Leichenöffnung verstümmelt werden , und diePhantasie hernach den Mangel zu ersetzen sucht. Vinc. Ma-^acarne (Delle Osservazioni in Chirurgia. P. II. Torino 1784-
/