92
weite Speiseröhre des Pelikans (Onocrotalus), des Scharben (Cor-moranus Carbo) u. s. w. ist wie der Kropf zu betrachten.
Der zweite Nutzen des Kropfs ist viel allgemeiner, undwir sehen jenen Theil daher auch bei den von Fleisch lebenden.Vögeln, z. B. vielen Raubvögeln. Er besteht darin, die Jun-gen, auch hin und wieder die brütenden Weibchen, wie esheifst, mit dem darin erweichten Futter zu ätzen. John Hun-ter hat auch die Beobachtung gemacht, dafs der Kropf zu derZeit, wenn die Jungen daraus geätzt werden, dicker werde,und ein drüsigeres und gefäßreicheres Ansehen bekomme, alssonst. On a secretion in the crop of breeding pigeons, for thenourishment of their young. Obs. on certain parts of the ani-mal oeconomy p. 235—238- Tab. 15. 16- Neergaard (a. a, O.S. 171. Tab. 5- Fig. 2- 3-) machte dieselbe Beobachtung. '
Zu wünschen wäre es, eine genaue Angabe zu erhalten,welche Vögel mit einem Kropf versehen sind oder nicht, undwelches bei den verschiedenen Familien die Hauptunterschie-de sind,
Die andere, allen Vögeln gemeinschaftliche, oben schmalenach unten erweiterte, bimförmige Erweiterung des Schlundesist der Vormagen (Proventriculus), mit Recht so genannt, weiler unmittelbar in den Magen führt. Statt dafs in andern Thei-len des Schlundes zerstreute kleine rundliche Drüsen liegen,liegen sie hier hart aneinander, mehrentlieils cylindrische Röhr-chen, deren Endmündungen alle nach innen stehen, und dieeinen zähen, auflösenden Saft absondern, so dafs dieser» wennman auf sie drückt, aus allen Oeffnungen hervorquillt. Bei denSäugthieren haben wir einen sehr analogen Fall, nämlich beidem Siebenschläfer (Myoxus) wovon Home (Lectures T. IV.Tab. 13. Fig. 4- 5.) Abbildungen giebt: doch gehört er hierdem Magen und nicht dem Schlunde an, da er unter demZwerchfell liegt. Bei dem Biber ist die Analogie geringer, weilder grofse Haufen runder Drüsen an einer Seite hinter demMagen liegt, und sich mit einigen Oeffnungen im Magen selbstdicht unter dem Eintritt der Speiseröhre einmündet. Sehr ahn-