Druckschrift 
2,2 (1828)
Entstehung
Seite
17
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'Fälle, die man bis jetzt kennt, beziehen sich ent-weder auf einen kränklichen Zustand, z. B. Sod-brennen, wo Kalk und dergl. genossen wird, oderauf eine verkehrte Neigung (Pica, Malaria,), oderauf eine so dürftige Lage, dafs es an ordentlicherNahrung fehlt, und daher Erde, Steine u. s. w. ver-schlungen werden, um den Bauch zu füllen.

Anm. Die Römer bereiteten ihre Alica aus Spelz (Triti-cum Spelta) und einer feinen weissen Kalkerde, allein nur umjenem Gerichte ein angenehmes Ansehen zu geben. Vergl.Scip. Breislak Voyages dans la Campanie, Paris 1801. 8-

T. 2- p- 122.

Kefsler (Gilberts Annalen B. 28« S. 492-) erzählt, dafsdie Steinbrecher am Kyifhäuser im nördlichen Thüringen eineSteinbutter auf Brod schmieren und mit Appetit verzehren.Kefsler selbst fühlte sich darnach sehr gesättigt. In geringerMenge genossen, konnte es nicht schaden, allein der fortge-setzte Gebrauch wäre gewifs nachtheilig.

Das Frauenzimmer in der Portug, Provinz Alentejo soll(wenigstens ehemals) eine feine Thonerde »ehr geliebt haben.Gio. Ign. Molina (Saggio sulla storia naturale del Chili.Ed. 2- Bologna 1810. 4> p. 500 führt auch von den Peruane-rinnen an, dafs sie Fragmente ihrer porösen Thongesohirre ge-nießen: Le Donne Peruane costumano di mangiarne i fram-

menti come le Mogolesi mangiano il vassellame di Patna. Einebloße Näscherei also.

Leonh. Rauwolf (Eigentliche Beschreibung der Reise indie Morgenländer. Laugingen 1583- 4- S. 330 erzählt von denEinwohnern Tripolis in Syrien: sie haben auch sonst ein Er-den, die sie Insabor nennen, welche ihre Weiber oft und dickessen, wie bei uns etwa die Schwängern Kolen und andere Ding.

Sonnini (Voyages dans la Haute et Basse Egypte T. III.p. 3230 sah einen Türken Erde essen, der einen unwidersteh-II. 2 te Abtb B