Heersilhrung im Kroßen.
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Konnte unter den geschilderten Verhältnissen der Erfolg eines Krieges Die ar»ve Bc-im 18. Jahrhundert nur ausnahmsweise durch Bereitstellung eines über-^,^"^,^legenen Heeres und dessen rascheste Ausnutzung zum Schlagen gesichert mc»is.werden, so gewann das operative Element, die Art, wie der Krieggeführt wurde, sehr große Bedeutung. Die linearen Kampfformen, dieAnordnung der Märsche und Lager, setzten für das Zustandekommen einerSchlacht entweder die Geneigtheit, das Einverständniß beider Theile oderdie Geschicklichkeit voraus, den Gegner zur Schlacht zu zwingen. Der Königsagt: „Zuweilen geschehet es, daß beyde ^rwöon zu gleicher Zeit Lusthaben, sich zu datnillii-gn; alsdann ist die Sache gar bald gemacht. Diebesten Ilataillsu seynd diejenigen, wenn man den Feind zwinget, daß ersich nothwendig schlagen muß; denn es ist eine gewisse Regel, daß man denFeind zu denjenigen obligiren muß, wozu er gar keine Lust bezeiget,und weil Euer InIvresZo den von den Feinde ckiamatralomsut entgegenist, so müsset Ihr alles dasjenige wollen, was der Feind nicht will."*)
Diese in den Zeitumständen begründeten Erschwernisse entschiedenen Ope-rirens, wobei Angriff und Verthcidigung vielfach ineinander flössen, hattenseit einem Jahrhundert die grellste Uebertreibung der Manöoerstrategieerzeugt, die über dem sorgfältigen Aufsuchen günstiger Umstände für dieSchlacht diese selbst mehr und mehr vergaß. Denn wo es sich jedesmaldarum handelte, den Gegner erst zu schwächen, zu täuschen, zu überlisten,bevor man zur Waffenentscheidnng griff, wo der Erfolg so ganz nnd gar vondem grvßern oder geringem Geschick und Glück der Feldherren in langenKriegen abhing, die mit ziemlich gleichen Mitteln ausgefochten wurden, damußte natürlich der Gebrauch, die Handhabung des Kriegswerkzeuges, dasOperiren, eine Bedeutung gewinnen, die zuweilen den Umstand übersehenließ, daß es ja nicht Selbstzweck, sondern nur die Vorbereitung zur Schlachtsei. Aber ungewiß in ihrem Ausgang nnd meist wenig entscheidend, wie dieSchlacht nun einmal war, erschien es verführerisch, die Sicherung desSchlachterfolges, dessen Steigerung, sowie den Schutz gegen Niederlagen inder vorbereitenden Strategie zu suchen. Es wurde sogar fast zur Regel,den Gegner zuerst zu schwächen und ihn in ungünstige Lagen zu versetzen,bevor man zur Waffenentscheidung schritt. Das war der Grund für dieManöverstrategie, die nur derjenige Feldherr zu durchbrechen vermochte, dessenKriegswerkzeng dem Gegner so entschieden überlegen war, daß es nicht nurdie Gewähr des Sieges ans dem Schlachtfelde sondern auch die Fähigkeit insich trug, von den zersetzenden Wirkungen der Zeit und der Bewegung imKriege unberührt zu bleiben. War Friedrichs Heer zwischen 1745 und 1756taktisch dem Gegner entschieden überlegen, so fehlte doch die ausgesprochene, strate-gische Ueberlegenheit, und sie ließ sich, so lange die Heere Werbeheere und Völkerund Kriegsschauplätze die alten blieben, überhaupt nicht erzielen. Das Werbe-
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