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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
Entstehung
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1. Einleitung.

Allgemeines.

Als Friedrich der Große noch dem Frieden von Dresden in die Heimcithzurückkehrte, schien die Zeit genialen kriegerischen Bersnchens, das fast nurErfolge gebracht hatte, abgeschlossen zu sein; ein längerer Friede standvor dem Könige und vor seinem Heer. Wirklich hielt dieser Friede zehnJahre vor. In dieses Jahrzehnt fällt die Ausgestaltung und Schulungdes sieggewohnten Heeres durch den königlichen Feldherru, der die Wahr-scheinlichkeit neuer Kämpfe voraussah. Die gewaltige Arbeit, die in diesenJahren geleistet wurde, die Vervollkommnung des Heeres, zu der sie geführthat, werden an anderem Orte geschildert werden.

Neben der Vervollkommnung des Heeres und mit ihr entwickelt sichnun aber der Große König selbst in seinen Anschauungen vomKriege. Mit der Rückkehr aus dem Felde setzt in seiner persönlichen Erkennt-niß, in seiner Auffassung vom Kriege ein Werdegang ein, der nicht wenigerweltgeschichtliche Bedeutung besitzt als die Weiterentwickelung der Mittel, überdie der König für den Krieg gebot. Wie alle großen Feldherren ist auchFriedrich der Große geworden, gewachsen, und die Zeit zwischen dem zweitenund dritten Schlesischen Kriege ist darin vielleicht die fruchtbarste gewesen.1756, beim Beginn des Siebenjährigen Krieges ist seine Gesammtanschauungvom Kriege eine andere geworden, als diejenige war, die den Sieger von Soor,den Erzwinger von Kesselsdorf erfüllte. Dieser Wandel in dem militärischenGlaubensbekenntniß des Königs, die Ursachen dafür, die Ergebnisse, zu denen erführte, ist heut erkennbar, er kann klargelegt und verfolgt werden und giebt denSchlüssel zu dem, was er in dem spätern Riesenkampfe um Preußens Groß-machtstellung that und unterließ. Eine solche Untersuchung wird allerdingsnicht immer und nach, allen Richtungen hin zu völlig befriedigenden Ergeb-nissen führen; Manches wird für immer ungeklärt bleiben, Anderes gar nichtzu ermitteln sein. Der Umstand, daß der König bereits mit kriegstheoretischemRüstzeug versehen war, als er 1740 nach Schlesien zog, erschwert das scharfeTrennen dessen, was seine persönliche Erfahrung in den ersten beiden Kriegenund dessen, was ältere durch Studium gewonnene Ueberzeugung darstellt.

.NriegSgeschichtliche Eiiizelschnsten. V. (Heft 27.) 1