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3. Die Entwickelung des Königs ans strategischem Gebiet.
so dergleichen I'oiutos pousmrmi, und müssen als schädlich verworfen werden."Der König hatte mit der rücksichtslosen Nortrcibnng des strategischen Angriffs1742 und 1744 schlechte Erfahrungen gemacht; die Schwächung des Heeres,der Abfall oder doch die laue Haltung der Bundesgenossen, die Schwierigkeitdurch weitgreifenden strategischen Angriff zum Abschluß zu kommen, wirktenzusammen, um vor zu weit ausgreifenden Unternehmungen zu warnen. Andie Beurtheilung dessen, was damals möglich gewesen wäre, darf der moderneMaßstab nicht gelegt werden. Die Schwierigkeiten der Verpflegung, ja selbstdie täglichen Kämpfe zur Herbeischaffuug des Nöthigeu, wie sie Friedrich1744 erlebt hatte, äußerten ihre lähmende Wirkung auf den strategischenAngriff in zwingendster Weise. Dazu hatte der König 1742 und 1744 er-fahren, daß der Gegner stets im Stande sei, einer Waffenentscheidung ausdem Wege zu gehen. Im Oktober 1744 hatte Friedrich mit einem über-legenen Heer vergeblich die Schlacht und den Sieg zu erlangen gesucht, aberauch im Februar 1742, da er an den Grenzen Oesterreichs mit schon zu-sammengeschmolzenen, geringeren Kräften stand, erwartete er den Gegner zurWaffenentscheidung vergebens. Regierungen und Völker des 18. Jahrhundertswaren daran gewöhnt, im Kriege zu warten, und die Feldherren des Ver-theidigers pflegten den Krieg in die Länge zu ziehen, wobei sich der Angreifermehr schwächte als der Vertheidiger, der im eigenen Lande stand und daraus,wie König Friedrich betont, die größten Vortheile zog. War somit ein völligesNiederwerfen des Gegners durch die Schlacht thatsächlich sehr schwer zu erzielen,so würde auch die von einzelnen Schriftstellern gelegentlich empfohlene Be-drohung der feindlichen Hauptstadt schwerlich zu dem gewünschten Ergebuiß ge-führt haben. Die Hauptstädte waren meist befestigt, und die Heranschasfung desBelagerungsmaterials zu einer so großen Unternehmung würde wegen desMangels an Verkehrsmitteln und wegen des kleinen Krieges auf die allergrößtenSchwierigkeiten gestoßen sein. Auch hätte das Vordringen ins Herz des gegnerischenStaates die Widerstände im Volke selbst verdoppelt. In Frankreich nament-lich rief noch zur Zeit Ludwigs XIV. das Eindringen fremder Heere allemalErscheinungen „wie das Stökern in einem Ameisenhaufen hervor", unddas war in höherem oder geringerem Grade überall der Fall. Endlichist es fraglich, ob selbst die Wegnahme der feindlichen Hauptstadt, wenn sieunter Ungeheuern Opfern und Anstrengungen des Angreifers wirklich ge-lungen wäre, den Krieg beendigt haben würde. Friedrich hatte vor Allemmit Oesterreich zu rechnen. Nun hat aber gerade Oesterreich, infolge seineslosen Zusammenhanges und des Mangels eines Mittelpunktes, in dem sichdas ganze Staatsleben zusammenschließt, wenige Jahrzehnte nach Friedrichdem Großen zweimal den Verlust der Hauptstadt ertragen und trotzdem denKrieg zähe weitergeführt. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts, wo noch inder Bevölkerung Wiens die Erinnerung an die glorreich abgeschlagene Türkeu-belagerung lebendig war, würde ein Angriff auf die Oesterreichische Haupt-stadt ein ebenso riesenhaftes als gewagtes Unternehmen gewesen sein, das sehr