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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
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O. Der FestungSkricg.

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zwar den Festuiigsangriff und giebt einzelne technische Winke, verhält sich aberim grvßen Ganzen zurückhaltend. Die gewaltsame Wegnahme verwirft erbeinahe grundsätzlich, selbst wenn günstige Gelegenheit dazu vorhanden ist,dergleichen outroprisou aber muß man nicht lia^arcliron, als nur, wenn dieZeit prossirst, und wenn, man importante Ursachen hat, die Belagerungzu endigen". Den Verlauf der förmlichen Belagerung dagegen hielt er,falls sie überhaupt ausreichend vorbereitet war, für unabänderlich. Es ist keineFrage, daß er entschlossen war, unter gewissen Umständen zu Belagerungen zuschreiten; sie waren bei der großen Zahl der damaligen Festungen, bei derNotwendigkeit, sich mehrfach zu basiren, eben öfter unvermeidlich. Wie wenigaber diese Seite des Krieges seinem künstlerischen Empfinden nahe lag, geht ausfolgenden Worten der(lensral-I'rinoipia^ hervor:Die Kunst Städte zu be-lagern, ist zu einem Handwerke geworden, so wie das Tischler- oder das Uhr-macher-Handwerk. * > Man hat gewisse untrügliche Regeln darin otalllirot undeine routins, welche allezeit denselben traiu folget . . . Alle diese Sachen seyndeinem sxaotsu oaloulo unterworffen, so daß man im Stande ist, auch abwesendauszurechnen, welchen Tag vhugefehr die Festung sich übergeben wird, dafernesonsten nicht oxtraorclinairs Umstände einige Hinderung dazwischen machen,oder daß ein oommouckaut von (listiuA'uirtor mckrits die Belagerer durch dieopiuiatroto seiner oliioanos länger als sonst gewöhnlich aufhält."

Hierfür sorgte Friedrich durch umsichtige Auswahl der Festungskommau-danten sowie durch die eingehenden Instruktionen, die er ihnen gab. Derenliegen mehrere vor,*^> woraus man sich ein klares Bild von seinen An-schauungen über die Vertheidigung der Festungen machen kann. Zwar wieder-holt er die uns seltsam anmuthende zeitgenössische Lehre, eine Festung müsseunter Umständen rechtzeitig kapitnliren. Unter den Verhältnissen des 18. Jahr-hunderts, wo der Gebrauch derehrenvollen Kapitulation" Rettung und Er-haltung der thenren geworbenen Besatzung für andere Zwecke versprach,hatte eine rechtzeitige Kapitulation ihr Gutes, und deshalb weist derKönig eine solche nicht grundsätzlich ab. Aber die Art, wie er sich darüberäußert, ist doch viel schärfer und bestimmter als der herkömmliche Brauch.Wenn der Sturm vorbei ist und der (lomwauclaut hat keine Hoffnung zum8u6oui'8, so muß er sich ergeben und die beste (Kapitulation mit Iwuuoursvom Feinde zu bekommen suchen ... hat er aber 8uoour3 zu hoffen, somuß er alle sxtroiuitwton abwarten, und sowie er siehet, daß das Hülfs-Oorps mit dem Feinde aneinander ist, so muß er mit den meisten seinerOarnisou einen starken Ausfall auf die feindlichen trauoll6ou thun. . . .

In derInstruotion" von 1746 war der Vergleich noch schärfer ausgefallen:»bart äs tairs Iss sisAes est äsvsnn nn metisr eomms Io sont esux äs insuuisisret äs eoräoiuüvr, iss-^Iss sn sout si sonnnss cj»s es n'sst pas In psins äs Issrspster, tous Iss livrss sn parlsnt. ..."

*') Vergl. Seite 236.

***) Instruktion an den Obersten v. Lattorff.