Wahrnchimmgen und Folgerungen allgemeinen Charakters.
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der unablässig wiederholten Lehre der Theoretiker entspricht es, wenn derKönig fvrtfährt: „Ich füge noch hinzu, daß wenn der Feind Ench allemahleinen und densclbigcn Oonerul entgegensetzet, so könnet Ihr Ihm seineMnioroir ablernen und dessen Osssvins, auch seine Gewohnheiten undzistüoäon, errathen." In den ot röZioZ" heißt es geradezu „il
laut ätmlior ln wotlroäs äu Zönckrul ein! eommnnäo k'urmcko czus vou3NV 62 ckovnnt V 0 N 8 ^. Das Kennenlerncn des gegnerischen Feldherrn erfor-derte natürlich eine gewisse Zeit und wirkte daher verzögernd. Dennochwar es ein wesentlicher Theil der herkömmlichen Kriegslehre, einstweilen aberhatte der König wenig Gelegenheit gehabt, besonders ausgeprägte Feldherrn-individualitäten unter seinen Gegnern zu studiren.
Ein weiteres Mittel zur Erkundung, freilich auch eine sehr be-deutende Friktion für das eigene Heer, bildeten die vorhandenen unzuver-lässigen Elemente svwohl unter der Mannschaft als auch bisweilen unter denOffizieren. Der Verrath kam in diesen noch in Landsknechtserinnerungenlebenden Armeen viel häufiger vor als in den Nationalheeren der Neuzeit.Darin hatte der König bereits eine unliebsame Erfahrung gemacht. „Ichvcrlohr 6o8oi*) durch die Verräthcrey eines 0klioi6r8 von der (llaruisou,welcher ässortirto, und den Feind hereinführte." Mit Vorliebe wurde dieUnzuverlässigkeit und Gewinnsucht ausgebeutet, um Spione zu erlangen,deren Bedeutung den König zu einer besonderen, längeren Abhandlung ver-anlaßt. Thatsächlich waren die unter den damaligen Umständen des Wehr-wcsens und der Kriegführung meist gut unterrichteten Berufssoldaten sehrwohl in der Lage, brauchbare Nachrichten zu liefern, und das Kundschafter-wesen erlangte daher große Bedeutung. Friedrich äußert sich darübermit dem ihm eigenen Freimuth: „Wenn man jederzeit des Feindes
Uossoiiw voraus wüste, so würde mau denselben mit einer inkorionronLrmäo, auch allemahl überlegen sein. Alle Diejenigen, welche ^imckone.ouiumnciirou, arbeiten darauf, sich diese ^Vvrrntn.Ao zu proonriron, aber sieeoü88irsn nicht alle. Es gibt viererlei.) Lorten von Lpioim: Erstlich, geringeLenthe, welche sich von diesen Handwercke ineliron. 2tens, doppelte 8pion8.3tens 8piou3 von eoiwmiuonoo, und endlich 4tens, die welche man mitGewalt zu diesen unglücklichen Handwercke zwinget." Wenig hält er vonden Aussagen der „geringen Leuthe", Bürger, Bauern und Priester, diegemeiniglich Nichts wüßten; auch die Aussagen der Deserteure sind ihm vongeringem Werth, er will sie aber doch zu Protokoll genommen wissen. Dagegenempfehle es sich zuweilen, einen angesehenen Bürger mittelst der Drohung,seine Familie niederzumachen und sein Haus anzustecken, zum Spion zupressen. . . „Ich bin gezwungen gewesen, Mich dieses Mittels zu gebrauchen,cils wir in dem Lager bey Oirlum waren, und es roüsmrto Mir." Mehrgelten ihm die Lpioin? von oorwviznoncw, d. h. Leute, die in Ver-
*) 1745, Gstb. 2. Schl, n ll, 2W ff.